Atmosphärisch dichter Provinzthriller von Kult-Regisseur David Cronenberg ("Shivers"), der sich zum einen durch einen starken wie undurchsichtigen Viggo Mortensen, zum anderen durch einige wirklich brachiale Gewaltausbrüche wohltuend vom herkömmlichen Genreeinerlei abhebt. "A History of Vidolence" lebt von seinen interessanten Charakteren, die immer wieder mit neuen, mal beängstigend-abgründigen, mal völlig unerwarteten Facetten überraschen. Hier ist nur wenig so, wie es scheint! Zunehmend schwinden Tötungshemmungen, wird die nackte Gewalt scheinbar unabdingbar und letztlich selbst in Kinderhänden legitimiert. Das geht unter die Haut! Blutigste Einschüsse und grausam detaillierte Tötungen bestimmen die kurzen Actioneinlagen, die im Angesicht der ländlichen Familien-Idylle mitunter fast schon irreal wirken.
Geheimnisvoll, erschreckend und brutal: Die Anzahl der Attribute liesse sich noch eine ganze Weile fortführen. "A History of Violence" ist jedem hartgesottenen Cineasten definitv zu empfehlen, wobei Freunde ausschweifender Effektgewitter aber gewarnt seien. Regisseur Cronenberg schlägt eine eher ruhig bebilderte Erzählweise ein und lässt die starken Charaktere die fesselnde Handlung tragen. Schauspielerisch (neben "Aaragorn" Mortensen geben sich Ed Harris und William Hurt die Ehre) wie technisch eine rundum gelungene Sache - wenn cronenbergtypisch auch nicht unbedingt eine massenkompatibele.