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In einem Vorzeige-Städtchen in den U.S.A. lebt ein Vorzeige-Ehemann und Vorzeige-Vater als Vorzeige-Mitbürger und betreibt dort vorzeigegültig ein Cafe. Zwei "böse Buben" betreten selbiges, die er, nach höflicher Aufforderung zu gehen, kurzerhand umbringt. Anschließend, als Held gefeiert, lockt das weitere "böse Buben" aus seiner zwielichtigen Vergangenheit an, die sein bürgerliches Leben kurzerhand auf-den-Kopf-stellen.
Würde ich nicht gerade als die originellste Drehbuchidee der letzten Jahre bezeichnen, aber mal schauen, was da noch kommt...
Und was kam? Tja, wenn man das so genau wüsste!
David Cronenberg, den Regisseur, kann man ja nicht gerade als Regieneuling bezeichnen, was diese zum Teil arg naive Inszenierung noch fragwürdiger macht. Die Gut-Mensch-Darstellung der Hauptfigur Tom Stall (Viggo Mortensen) ist derart geradlinig konzipiert, daß es an jeglichem Realitätsgehalt hapert. Auch das seit ca. 15 Jahren verheiratete Ehepaar geht derart verständnis,- und liebevoll miteinander um, was fernab jeglicher Normalität ist. Von den albernen Sexspielchen will ich erst gar nicht anfangen.
Kurz-und-gut kann der brave Familienvater auf Knopfdruck zur Killermaschine mutieren und hat in all den Jahren seiner "Abstinenz" seine Reflexe und Präzision nicht eingebüst.
Und dann ist der Film plötzlich zuende.
Dem interessierten Zuschauer, fallen dann umgehend tausend Fragen zur Handlung, Logik und zu den Charakteren ein, die nur leider nicht beantwortet werden können.
Was wollte uns Herr Cronenberg eigentlich sagen?
Schlußendlich habe ich jedoch zumindest von der Schauspielkunst William Hurts (endlich mal wieder) oder Ed Harris gezehrt - eine gut erzählte Story und differenziertere Charaktere wären aber auch schön gewesen.

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