Regisseur David Cronenberg war schon immer bekannt für die etwas andere Art von Filmen. Er setzte mit seinem eigenen Stil Zeichen, vor allem im Horror und Science Fiction Genre.
History of Violence ist eine Art Thriller, oder wie es auf der DVD steht, Gewaltballade, aber ein Meisterwerk ist es nicht und auch eine Charakterstudie kann man es nicht nennen, obwohl der Film viele interessante Ansätze bietet, ist der letzte Ausweg doch immer nur die Gewalt.
Um Eines vorweg zu nehmen, dies ist kein Actionfilm, man sollte nicht zu viel erwarten. History of Violence will eine Charakterstudie sein, ist es aber nur halbwegs. Trotzdem bietet der Film einige sehr gute Dialoge, neigt aber manchmal auch zur Geschwätzigkeit.
Der Plot ist denkbar einfach konstruiert. Wir befinden uns in einem schönen kleinen Nest in den USA. Dort führt Tom Stall ( Viggo Mortensen ) einen Schnellimbiss. Er ist glücklich mit Edie ( Maria Bello ) verheiratet und er hat einen Sohn und eine Tochter. Doch als zwei Gangster ihn ausrauben wollen, handelt Tom wie ein Profikiller und bringt Beide um. Auf einmal ist er der Held der Stadt. Kurz darauf taucht der seltsame Foggerty ( Ed Harris ) mit seiner Bande auf und behauptet er wäre Joey Cusack, ein Mitglied der Mafia in Philadelphia. Tom will nichts davon wissen, doch Foggerty beginnt ihn immer mehr zu bedrohen und Edie zweifelt auch immer mehr an Toms Identität. Hat Tom nun ein dunkles Geheimnis, oder nicht ?
Dass der Film hart, düster und sehr ernst ist, wird Einem schon am Anfang klar, als die zwei Gangster aus dem Hotel auschecken und dabei mal schnell den Besitzer und das Zimmermädchen ermorden. Auch ein junges Mädchen muss dran glauben. Die Morde passieren aber allesamt im Off. Und nun der Schwenk ins Dorf, es herrscht eine nette Atmosphäre, jeder mag jeden, die Polizei kümmert sich bestens um das Dorf. man lernt Toms Familie kennen, vor allem seinen Sohn, welcher auch Probleme mit einem Schläger in der Schule hat und es später seinem Vater nachmacht und ihn krankenhausreif prügelt. Davor hat Tom seinen Auftritt und erschießt die zwei Gangster sehr blutig. Nun ist er der held des Dorfes, würde da nicht bald dieser Foggerty auftauchen. Dieser bedrängt ihn immer mehr, bis es schließlich zu einer Auseinandersetzung kommt.
Wenn Tom oder Joey eingreift, dann auch richtig. Cronenberg prangert hier ziemlich die Gewalt an und so sieht man stets blutige Einschüsse oder spritzendes Blut. manch Einer kriegt die Nase ins Gehirn gerammt und Cronenberg liefert uns davon eine Nahaufnahme. Erinnert an seine alten Horrorfilme, wo er auch schon damals superbe Schockeffekte lieferte. Zwar sind die Gewaltakte immer sehr schnell geklärt, dafür sehr hart, teils realistisch. Auch am Ende in Philadelphia, darf uns Tom nochmal zeigen, wie gut er morden kann.
Nicht nur Gewalt serviert uns Cronneberg hier, sondern auch die psychische Belastung, welche die Familie trägt. Diese werden von den Darstellern sehr gut verkörpert. Viggo Mortensen liefert hier wirklich eine tolle und glaubwürdige Vorstellung und auch Maria Bello braucht sich nicht zu verstecken. Man weiss bis zum Schluss nicht wie sich Edie nun entscheidet, ist ihr Mann jetzt Tom oder Joey ?
Leider lässt uns Cronenberg darüber auch im Dunkeln, denn der Film bricht ziemlich aprupt ab. Wenn Cronenberg schon eine Studie anprangert, dann hätte er sich auch zu Ende führen müssen. Ich hätte mir hier mehr Klarheit gewünscht und vor allem klare Verhältnisse.
Mit Ed Harris und William Hurt hat man zwei weitere gute Darsteller in Petto. Foggerty ist sehr gentleman like, doch wenn es ans Eingemachte geht, schlägt seine Stimmung blitzartig um und so vergreift er sich sogar an Toms Nachwuchs. Während William Hurt, schon sichtlich älter geworden, schneller zur Sache kommt.
Auch die Kulisse artet niemals in schöne Bilder aus. Es bleibt alles stets kernig, aber nie hübsch.
Der Sound ist sehr ruhig, man bekommt hier nie rockige oder gar Metalklänge zu hören. man hält sich hier her an Balladen.
Als Thriller ist " A History of Violence " sehr gut geglückt, als harte, düstere Gewaltballade eigentlich auch, aber als Charakterstudie nicht, dazu ist zu wenig Tiefe und Intensität vorhanden. Auch die Figur Tom/ joey ist dazu zu wenig ausgereift. Und der letzte Weg ist die Gewalt und ich glaube, da werden wir nie drum herum kommen.
Trotzdem hat mir persönlich der Film sehr gut gefallen, obwohl es nicht ganz Cronenbergs Metier ist. Die Dartseller können viel reißen und die Gewaltausbrüche putschen das Ganze noch etwas hoch. Kein Meisterstück, aber durchaus faszinierend und überzeugend.
Gelungene 7 von 10 Punkten.