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David Cronenbergs Filme sind normalerweise nicht leicht zu durchschauen und lassen den Zuschauer oft mit einem Fragezeichen im Gesicht zurück. „History of Violence“ dürfte daher um einiges zugänglicher sein für den normalen Zuschauer.


Tom Stall (Viggo Mortensen) führt ein fast spießbürgerliches Leben. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und besitzt ein kleines Cafe. Eines Abend, kurz vor Feierabend, dringen zwei Verrückte in das Cafe ein. Wie der Zuschauer erfährt, schrecken sie auch vor sinnlosen Tötungen nicht zurück. Tom kann beide aber töten und wird zum Held der ganzen Stadt. Reporter reißen sich um ihn, auch wenn es Tom nicht wirklich recht ist.
Tage später kommt der geheimnisvolle Carl Fogarty (Ed Harris) in Toms Cafe. Er behauptet, Tom wäre nicht Tom, sondern ein gewisser Joey, der damals in Philadelphia alles getötet hat, was sich ihm in den Weg gestellt hat. Fogerty will, dass Tom zurück nach Philadelphia kommt. Redet Fogerty nur Unsinn, wird Tom verwechselt oder hat er eine wirklich dunkle Seite in seiner Vergangenheit? Fogerty setzt Tom immer mehr unter Druck und macht auch vor seiner Familie nicht halt...


Zugegeben, der Anfang von „History of Violence“ ist etwas schleppend. Zwar startet Cronenberg direkt mit einem Knalleffekt, dann wird es erst mal ruhig und es vergeht schon einiges an Zeit, bis der Film wirklich in Fahrt kommt und spannend wird. Bei einer Lauflänge von gerade mal 90 Minuten ist dies sicherlich nicht so glücklich, doch da muss man durch.
Von der schauspielerischen Seite ist „History of Violence“ aber vorzüglich besetzt. Seien es Viggo Mortensen, Maria Bello oder Ed Harris in der Rolle des undurchschaubaren Fogarty.

„History of Violence“ ist über weite Strecken ziemlich ruhig in seiner Inszenierung. Doch hin und wieder lässt es Cronenberg richtig krachen. Es gibt kurze, sehr brutale Gewaltmomente, die völlig konträr zum sonstigen Film sind. Dabei wird auch mit Blut und Effekten nicht gespart, zartbeseitete Gemüter werden hier wohl ein wenig schlucken. Ebenfalls recht anstößlich ist die Sexszene auf der Treppe, auch hier geht es richtig ab und nicht minder kontrovers.

„History of Violence“ beantwortet die zentrale Frage, hat aber dennoch ein offenes Ende, die dem Zuschauer keine Antwort geben wird, wie es weitergehen wird. Man kann es nur erahnen. Nicht desto Trotz bleibt der Film bis zum Ende hin spannend und entschädigt so für den gewissen Leerlauf am Anfang.


Fazit: Sicherlich ist „History of Violence“ zugänglicher als so manch anderer Cronenbergfilm, man nehme nur sein Meisterwerk „Videodrome“. Dies schadet diesem Film aber nicht und wer meint, Cronenberg wäre jetzt zu kommerziell, der ist im unrecht. „History of Violence“ beinhaltet immer noch diverse, typische Cronenbergsche Szenen. Der Film hätte zwar noch einiges an Luft nach oben gehabt, dennoch sollte man sich diesen Film als Cronenbergfan dennoch nicht entgehen lassen.

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