Review

Die gelassenste Gewaltorgie aller Zeiten

"A History of Violence" ist ein Brett von einer Gewalteruption. Stilvoll, ruhig und höchst akzentuiert schildert Meister Cronenberg von einem Familienvater, in dessen Leben plötzlich Gewalt eintritt und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit in die heile Vorstadtwelt schwappen... Keinen Body Horror, sondern einen psychologisch besonders wertvollen Gangsterthriller liefert David Cronenberg hier seinen überraschten Fans. Wer dachte, der Kanadier kann nur Körper intelligent massakrieren, wird hier intensiv eines Besseren belehrt. Crime war selten eindringlicher. Cronenberg macht Gangsterfilme wie kein Anderer. Ach was. Schlau, tiefschürfend, vielschichtig. Als ob man noch einen Beweis für seine Genialität gebraucht hätte...

Viggo Mortensen kauft man sowohl den liebenden Familienvater wie den eiskalten Killer ab, die Rachegeschichte ist durchzogen von dunklem Humor und der titelgebenden, mal brodelnden, mal ausbrechenden Gewalt. Geheime Gewalt, mutige Gewalt, intime Gewalt, notwendige Gewalt, anwidernde Gewalt, endgültige Gewalt. Hier ist der Name Programm. Kein angenehmer, cooler Film. Sondern ein verdammt wichtiger und intensiver. Ein Brecher, der den Nerv trifft. Nicht den der Zeit, sondern den der Zuschauer. In Teilen das Gegenstück zu Tarantinos comichaften Gewaltfantasien. Weniger spaßig, dafür umso schmerzhafter. Ein moderner Film Noir, in Blut getränkt und mit Schuld beladen. Wirkungsvoll und von höchst effizienter, konzentrierter Meisterhand. Und als Sahne Ed Harris UND William Hurt als Bad Guys... holy moly.

Fazit: Gewalt in allen ihren Facetten, Wirkungen, ihrere Schwere und ihren Konsequenzen für das menschliche Individuum - "A History of Violence" hat wenig typisch Cronenbergisches, ist aber dennoch eines seiner besten Werke. Schlagkräftig!

Details
Ähnliche Filme