Review

„Kissing a Fool“ ist eine erstaunliche unbekannte, wenn auch solide Beziehungskomödie.

Auf einer Hochzeit wird in Rückblicken - ähnlich wie in „Forget Paris“ - die Geschichte der Dreiecksbeziehung von Max (David Schwimmer), Jay (Jason Lee) und Sam (Mili Avital) erzählt. Seit ihrer Kindheit sind Sportmoderator Max und der Schriftsteller Jay beste Freunde. Als Jay Max mit seiner neuen Arbeitskollegin Sam verkuppelt, dauert es nicht lange und die beiden sind verlobt. Seinen Prioritäten damit eigentlich widersprechend, hat Max auch schnell Angst vor der Tatsache für den Rest seines Lebens nur noch mit einer Frau zusammen zu sein. Zusätzlich noch von Eifersucht geplagt, bittet Max Jay darum, herauszufinden, ob Sam die richtige Frau für ihn ist. Jay soll nämlich versuchen, Sam zu verführen, was natürlich in einem unausweichlichen Fiasko endet…

Getragen wird der Film ganz klar von den beiden Hauptdarstellern David Schwimmer („Friends“) und Jason Lee („Chasing Amy“). David Schwimmer spielt hier das totale Gegenteil des klugen Paläontologen Ross Geller, den er in „Friends“ so schön verkörpert. Sein Charakter Max Abbitt hasst nämlich Bücher und ist ein Frauenaufreißer. Offensichtlich tat es ihm mal gut, einen komplett anderen Typus zu spielen, denn er geht wahrlich auf in seiner Rolle. Jason Lee spielt auch nicht grade den Comicverliebten aus „Mallrats“ oder „Chasing Amy“, sondern vielmehr den sensibleren Menschen Jay Murphy. Er hat im Gegensatz zu seinem Freund Max zwar weniger Erfahrung mit Frauen hat, dennoch scheint er mehr Ahnung von der Liebe. Zwar etwas gewöhnungsbedürftig Lee in einer solchen Rolle zu sehen, aber er macht es trotzdem gut. Wahrscheinlich wäre es aber besser gewesen, hätten die beiden Schauspieler genau den Part des anderen übernommen.

Die nicht unbekannte Geschichte wird in witzigen Dialogen wiedergegeben und lässt auch aufgrund der kurzen Laufzeit keine Langeweile aufkommen. Woran es dem Film allerdings stark mangelt ist etwas fürs Auge, sprich einigermaßen nette Kulissen. Für eine Universal Kinoproduktion hätte ich da etwas mehr als drei Zimmer, eine Straße, einen Park und eine Hochzeit erwartet. Nicht das es bei einem solchen Film unbedingt wichtig wäre, supertolle Schauplätze zu finden, aber die hier gewählten sind echt nur schlecht und lassen den Film wie eine Billigproduktion aussehen. Schade eigentlich.

Was bleibt ist eine durchaus sehenswerte romantische Komödie für Zwischendurch. Für Fans von Lee oder Schwimmer halt, aber auch nur für die! (6,5/10)

Details
Ähnliche Filme