Review

Wir sind uns hoffentlich alle im Klaren darüber, dass Filme, die die Bedrohung durch Bienen, normal, fehlgesteuert oder genetisch im Killermodus, meistens wenig bedrohliche Genreprodukte werden. Meistens ist das alberner Kokolores, manchmal (wie bei Allens „The Swarm“) garniert man es noch mit vielen Altstars, dann muss man vor Lachen am besten seine Hose festhalten.
Die meisten des vielleicht guten halben Dutzends an Bienenfilmen, die man in den 70ern schnell auf den Markt geklotzt, gehören leider zur ersten Kategorie und das gilt auch für „Mörderbienen greifen an“.

Ja, äh, der Titel ist dann schon das Beste an diesem Import der lateinamerikanischen Krabbler, die hier per Schiff eintrudeln, allerdings ist das Mysterium rund um diverse Verschwundene und tot Aufgefundene eine insgesamt bienenfrei Angelegenheit, die wie der Restfilm auch ausschaut, als hätte man alles aus Filmresten ganz anderer Filme zusammen geklebt.
In der Folge darf man dann die ominöse POV-Position eines Bienenschwarms einnehmen (spart Geld und Tricks), ein kleines Kind verfolgen und sonst einigen Bereitschaftsärzten im Leichenhaus dabei zusehen, wie sie mit der geballten Behörderkompetenz der Stadt New Orleans kämpfen, während Gesetzeshüter Ben Johnson grimmig nur wissen will, wer seinen Hund totgemacht hat.

Zusätzlich wird noch frechweg behauptet, es wäre Mardi Gras in der Stadt, so dass jeder feiert und keiner arbeitet, weswegen natürlich niemand die Bedrohung ernst nimmt. Wie gesagt „behauptet“, denn die zwei oder drei Grüppchen, die sich hier an einer Straßenecke am Bildrand aufgestellt haben und zu etwas Tamtam die Beine schwingen, könnten auch eine lokal abgefilmte Beerdigung sein, die gerade des Weges zieht oder ein paar Kumpels auf dem Weg in die "Saturday night".

Nach allerlei unspektakulärem Szenengespringe holt man sich dann noch den Top Gaststar ins Haus: it’s Horst „Hotte“ Buchholz als Dr. Jorge Müller, dem man ausnahmsweise mal NICHT irgendeinen Altnazihintergrund andichtet, der aber strukturgemäß in einer besonders schön absurd konstruierten Bildfolge seinen eigenen Viechern zum Opfer fällt. Was tut man nicht alles für einen netten Scheck!

Ansonsten kann der Film noch so viel rumfuchteln, spannend ist er in keiner Sekunde und er mischt definitiv beim Ultimate Fight der langweiligsten Filmshowdowns mit, wenn die Protagonisten mittels eines über und über von Bienen bedeckten Kleinwagens in einem abschließbaren Sportstadium dem Horror einer sich langsam absinkenden Außentemperatur ausgesetzt sehen, woraufhin Maja und Willi ihrem Winterschlaf entgegenpofen.

Für Regisseur Bruce Geller war es – verständlich – die letzte Arbeit auf dem Regisseursstuhl überhaupt, aber der Mann hatte es auch echt nicht mehr nötig: nachdem er einer der Erschaffer von „Mission Impossible“ war, bekommt er vermutlich heute noch regelmäßig Schecks von Tom Cruise und Konsorten.
Geschrieben hat diesen Murks ein gewisser Guerdon Trueblood, der nebenbei auch für das Skript von „Tarantula – The Deadly Cargo“ verantwortlich war, dort aber erfolgreicher mit der Koheränz.
Auch dieser Film war übrigens eine TV-Produktion, allerdings in einigen Ländern auch im Kino ausgewertet.

Insgesamt hatte „Operation Todesstachel“ mehr Trash-Charme, aber der hier ist auch relativ schlecht und ziemlich langweilig noch dazu. Insofern sollte man sich von den netten Plakatmotiven nicht in die Irre führen lassen. (3/10)

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