Inhalt:
China in den politisch unsicheren Jahrzehnten nach der bürgerlichen Revolution. Es ist die Zeit, in der Offiziere die Macht in einzelnen Garnisons-Städten an sich reißen, um als sogenannte "War-Lords" de facto Einfluss und Macht in den Regionen und Provinzen auszuüben.
So auch der skrupellose und hinterhältige Han Peichang (Wong Lik aka Wang Li). In einem militärischen Putsch reißt er die Macht in seiner Garnison an sich, und tötet den General-Kommandeur Yang (Wang Han-Chen) sowie dessen Familie auf brutale Weise...!
Han selbst ist ein Kämpfer, der nicht nur ein herausragendes KungFu beherrscht..., er versteht es auch perfekt, eine besondere Waffe, 2 sai-artige Tonfa-Eisen, zu führen.
Wichtigste Stütze seiner neu gewonnenen Macht sind nicht nur die Soldaten seiner nunmehr eigenen Garnison, sondern auch 3 überaus befähigte Leibwächter, die nicht nur KungFu beherrschen, sondern auch Meister einer jeweils ganz eigenen Kampftechnik sind...:
Einer (Yeung Hung) dieser Leibwächter ist ein starker Ringer. Lin Zhen (Yu Tai-Ping) beherrscht den Umgang mit seinen Flying Daggers bis zur Perfektion. Und Yuan Biao (Tony Tam) ist ein gefährlicher Nunchaku-Fighter!
Yang Daying (Lo Mang) ist der Sohn des ermordeten General-Kommandeurs Yang. Er will den Tod seines Vaters und der Familie rächen.
Ihm zur Seite stehen seine Freunde... Fu Quanyi (Lu Feng), Chen Feng (Chiang Sheng) und Liang Guoren (Kuo Chui aka Philip Kwok), dessen Vater (Walter Tso) einen Sicherheits- und Begleitschutz-Service leitet. Die 3 vollführen, um etwas Geld zu verdienen, eine Straßen-KungFu-Show.
Der 4. in diesem Bunde ist Xinsheng (Sun Chien).
Doch die Freunde sehen keine Chance für die Rache von Yang Daying..., da diese gegen eine ganze bewaffnete Armee zu führen sei.
Und so versucht es Yang Daying alleine. Doch gegen Han und seine ausgebufften Leibwächter hat Yang nicht den Hauch einer Chance...!
Liang, Chen, Fu und Xinsheng wollen nunmehr Yang´s Rache selbst ausüben..., und natürlich auch den Tod ihres Freundes sühnen. Und zunächst gelingt es ihnen, ein Schnellfeuer-Gewehr aus dem Depot Han´s zu entwenden...!
Mit Hilfe einer List, sowie unter dem Vorgeben falscher Identitäten, dabei die Arroganz und das Machtstreben ihrer Opponenten eiskalt ausnutzend, gelingt es den 4 sich über den Sicherheits-Offizier Han´s, Xu (Chan Shen), in den Militär-Apparat Han´s einzuschleusen...!
Während Xinsheng Xu in Schach hält, gelingt es den anderen dreien, Han und dessen Leibwächter in einem Lagerhaus zu isolieren...!
Ein mörderischer Show-Down nimmt alsbald seinen blutigen Lauf.....
Fazit:
"The daredevils"..., dies ist ein weiterer Venom-KungFu-Actioner, im Jahre 1979 von Meister-Regisseur Chang Cheh für die Studios der Shaw Brothers in Szene gesetzt.
Und dieser Eastern gefiel mir gut! Mit der richtigen Mischung aus Stringenz und Subtilität erzählt Chang Cheh hier eine relativ einfache Rache-Story, die er aber raffiniert und durchdacht umsetzt.
Kleine Längen zur Mitte hin..., wo es wenig Action gibt und mehr als nötig dialogisiert wird, schmälern diesen Streifen nur marginal in seiner insgesamt guten Qualität. Das ist vielleicht kein herausragender Streifen im Kanon Chang Cheh´s, doch ein mehr als passabler KungFu-Actioner..., ein kerniger Venom-Film, für mich keine Frage...!
Mir gefiel insbesondere, dass Chang Cheh seine Protagonisten nachdenken lässt, wie man einen an sich unbezwingbar scheinenden Militär-Apparat, der dem villain unwiderstehliche Deckung zu geben scheint, mit List durchdringen und dieser villain dann daraus herausisoliert werden kann.
Zunächst muss dafür Lo Mang früh "sterben", der hier auf sich allein gestellt, nur mit seinem Mut und seiner Kampfkraft ausgestattet, gegen die überlegenen Gegner chancenlos ist. Seine Freunde wollen ihn rächen, und seine eigene Rache gleich mit übernehmen. Doch hier sind zunächst Hirn und Rafinesse gefragt.
Letztendlich kommt es dann zum langen Show-Down..., und hier können sich die Venoms dann richtig austoben. Das sind kernige KungFu-Fights gegen kompetente Gegner, die schwierige Waffen perfekt beherrschen. Doch mit viel Agilität und einer gehörigen Portion Akrobatik können unsere Helden dann doch dagegen halten. Die Akrobatik in der Fight-Performance der Venoms lässt mitunter ganz vereinzelte Sequenzen des Show-Downs verspielt erscheinen.., doch machen sie natürlich auch viel des visuellen Reizes dieses Gefechts aus. Das KungFu ist insgesamt natürlich rassig und dynamisch..., und damit das Wichtigste in diesem Film, ist doch klar!
Die Venoms..., mehr Kampfkünstler als Schauspieler, wem sag ich das? Doch ihr Spiel ist insgesamt voll in Ordnung. Die villains, sie spielen solide..., sie fallen insbesondere ebenfalls durch ihre Fight-Skills auf. Tony Tam, ein Nunchaku-Fighter, und Yu Tai-Ping geht mit Peitsche und fliegenden Messern besonders gekonnt um! Wong Lik (Wang Li) ist der Ober-villain, auch er überzeugt kampftechnisch, und sein Spiel ist hinsichtlich eiskalter Skrupellosigkeit und eiserner Härte überzeugend.
All dies siedelt Chang Cheh in reinen Studio-Kulissen an, das gepflegt-künstliche Shaw-Set..., beinahe steril wirkend, aber eben auch die typische Shaw-Atmosphäre erzeugend. Manchmal ist die orchestrale Musik von Eddie Wang, der hierfür verantwortlich zeichnete, etwas ..., wie soll ich sagen..., zu puppenlustig gewählt. Sei´s drum, ich sah darüber leicht hinweg.
"The daredevils" ("Die Todesfalle der Shaolin")..., ein leichter, mitunter raffinierter und aber auch unterhaltender Venom-Eastern Chang Cheh´s..., dafür gibt es äußerst knappe und aber auch zum Ende des Streifens redlichst erfightete 8/10 Punkte.