Review

Oh ja, dieser Film heißt nicht nur „Planet des Grauens“, er kommt auch gleich noch vom Planet des Grauens. Da wo mieser Pop-Rock die Menge begeistert und damit auch noch die Zuschauer auf der Erde penetrieren möchte.
Wir befinden uns in einer hoffentlich fernen Zukunft, auf eben jenem Planeten des Grauens. Wilde Protagonisten, deren Frisuren stark an jene Zeit der Rockmusik erinnern, als Bands wie Poison oder Warrant oder auch Guns n Roses MTV unsicher machten, kreuzen hier mit ihren Raumschiffen rum. Dazwischen ein Talentscout, wie ihn das Universum noch nicht gesehen hat. Hohl in der Birne und hektisch wie ein Schwarm Bienen umschwärmt er eine junge Sängerin und verspricht ihr, sie zu einem Star zu machen. Die Dame fällt auch noch darauf rein und ab jetzt geht es von Auftritt zu Auftritt. Dabei gilt es einen steinigen Weg zurückzulegen, welcher vor allem von außerirdischen Kreaturen mit drei Brüsten und anderem Gesocks gepflastert ist.
Die Masken der so genannten Aliens gehen in dieser letztklassigen Schundproduktion ja noch in Ordnung. Auch wenn sich das Aussehen der Aliens meist auf Gesichtsmaskerade oder die schon genannten drei Brüste beschränkt. Die dazugehörigen Darsteller, sind heutzutage aber sicher froh, sich eben hinter diesen Masken oder Wagenladungen an Make-Up versteckt zu haben. Denn das was hier an schauspielerischer Leistung erbracht wird, könnte auch auf einer Schulaufführung der Theatergruppe der 3. Klasse von Oberlausigberg bestand haben und als Qualitativ hochwertig von den anwesenden Eltern und Lehren eingestuft werden, nur damit die lieben Kleinen daheim nicht in Heulkrämpfen angesichts ihres totalen Überagierens ausbrechen. Da lässt man sich dann auch Akteure gefallen, die man lieber im Waschbecken ertränken möchte, nur um endlich Ruhe vor ihnen zu haben.
Als Science Fiction – Film der Güteklasse A taugt der „Planet des Grauens“ also nicht. So stempeln wir ihn als B-Movie ab, um festzustellen, dass dies zwar funktionieren könnte, aber leider der Kandidat schnell Langeweile verbreitet. Und das ist das schlimmste was ein B-Film anrichten kann. Langeweile! Nur belässt der „Planet des Grauens“ es nicht dabei, Langeweile zu verbreiten. Nein! Er nervt auch noch mit schrecklichem Poprock, wie ihn solche Gurkentruppen wie Pretty Boy Floyd oder Britney Fox Anfang bis Mitte der 90er Jahre mit sicherlich arg fiesen Weltherrschaftsplänen zu verbreiten versuchten. Und noch schlimmer ist, der „Planet des Grauens“ belässt es nicht bei ein oder zwei Schunkelnummern. Warum auch? Wenn dann die volle Breitseite. Und so wird hier ausgiebig der Leidenschaft des Heulbojen-Haarspray-Rock gefrönt, dass die Schwarte nur so kracht. Dabei geht dann leider auch der Rest der mageren Story, welche eigentlich so wirr ist, dass man es bald aufgibt ihr zu folgen (ja wo rennt sie denn), verloren.
"Planet des Grauens" ist Trash in Vollendung. So trashig, dass es schmerzt und selbst mir, als Sammler von absoluten "Worst Case" Filmen, die Schneidezähne weggefault sind. Aber, das schöne an diesem Film: er ist wirklich absolut "WORST!!!

Auf dem Pappschuber der OCEAN Auflage dieses Filmes steht hinten drauf: - Kopiert auf hochwertigem Material. Auch als Leerkassette verwendbar. – Na das halte ich doch mal für einen vernünftigen Vorschlag!

Details