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Der Musiker Christopher "Manny" Balestrero gerät unverschuldet in die Mühlen der Justiz, als bei der Polizei eine Anzeige gegen ihn eingeht, weil er angeblich im Vorjahr eine Versicherungs-Filiale überfallen haben soll... für ihn und seine Familie der Beginn eines wahren Martyriums: Die Kautionszahlungen, um ihn aus der Untersuchungshaft zu holen, sind astronomisch hoch und irgendwelche Zeugen, die ihm für die Tatzeit ein Alibi geben könnten, sind weit und breit nicht aufzutreiben. Ob der enormen psychischen Belastung erleidet Mannys Ehefrau Rose daraufhin auch noch einen Nervenzusammenbruch und muss bereits vor Beginn des Gerichts-Prozesses in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden... Zwischen einigen bekannteren Werken, die Alfred Hitchcock in den 50ern so abgeliefert hat, führt "Der falsche Mann" ein wenig ein Schattendasein und wird auch heutzutage gefühlt noch etwas stiefmütterlich behandelt... und das, obwohl er das dem Œuvre des Regisseurs immanente Motiv des zu Unrecht Beschuldigten mal echt auf die Spitze treibt und damit durchaus als Schlüsselfilm fungiert. Leider, leider gestaltet sich die Angelegenheit aber auch eher als völlig spannungsloses Drama denn Thriller, das zudem seine angeblich wahre Geschichte dennoch mit so einigen unglaubwürdigen Details spicken muss, um flott ein Kafka-eskes Alptraum-Szenario zum Laufen zu bringen... welches sich dann am Ende ziemlich unbefriedigend (beinahe) in Wohlgefallen auflöst, wenn Henry Fonda ein kurzes Gebet vor 'nem Jesus-Porträt murmelt und der wahre Täter spontan doch noch geschnappt wird. Amen! Als reiner Genre-Streifen in gewohnter Manier hätte mir das Ganze ergo besser gefallen, da nützt es dann auch nichts mehr, dass Hitchcock inszenatorisch doch mal wieder so einige Muskeln spielen lässt, um den Zuschauer mit rein filmischen Mitteln für das Schicksal des Protagonisten einzunehmen... hätte er mal denselben Aufwand betrieben, um einen brauchbaren Spannungsbogen zu konstruieren. Sicherlich kein völlig misslungener Film, aber dennoch irgendwie eine Enttäuschung. By the way: Ich weiß, dass die Leute früher schneller gealtert sind, aber der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 51 Jahre alte Henry Fonda soll hier den Dialogen zufolge 'nen 38jährigen spielen, was ihm nicht wirklich überzeugend gelingt...

5/10

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