Alfred Vohrers Verfilmung von Edgar Wallace’ „Der Hexer/The Ringer“ ist auch heute noch eine der beliebtesten.
Leider Gottes ist es auch eine der handwerklich und erzählerisch schlechtesten.
Natürlich sehen es Fans immer wieder gern, wenn gleich das ganze Arsenal berühmter Wallace-Stars sich die Klinke in die Hand gibt. Fuchsberger und Drache ermitteln Hand in Hand mit Siegfried Lowitz, Schürenberg fallen wie immer die Augen raus, Arent butlert im Hintergrund und es fehlt einzig Klaus Kinski, der sich hier eine Auszeit nahm.
Die Story an sich ist auch eigentlich ganz reizvoll, der geheimnisvolle Verbrecher, dessen Gesicht niemand kennt, kehrt zurück um die Mörder seiner Nichte zu jagen, in diesem Fall dank Herbert Reineckers imbezilem Drehbuch eine Gruppe von Mädchenhändlern. Aber genau an diesem Punkt hört es auch schon wieder auf, hoffnungslos vorhersehbar das 4-Kleine-Bösewicht-Spielchen mit den Entführern, währenddessen führen Drache, Fuchsberger und Lowitz eine Scharade auf, wer gerade wen belauert oder mit falscher Identität belügt, um dann im nächsten Moment mal wieder vom verkleideten „Hexer“ dupiert zu werden.
Das darauf folgende Kamerspielchen wäre noch akzeptael, würde die Handlung sonst nicht mit absolutem Schrott angefüllt werden. Schürenberg macht sich hier mal wieder vollends zum Trottel, Fuchsberger macht auf Playboy und äußerst Chauvi-Sprüche, die einem die Schuhe ausziehen und Drache versucht geheimnisvoll zu wirken, in dem er sich ständig eine anzündet. Und dazwischen steht Lowitz und mimt grinsend den Frauenhelden.
Garniert wird das durch die weiblichen Parts, irgendwas zwischen Erotik, Trash und Albernheit, die grauenhaft schlechte Sophie Hardy als Fuchsis Freundin nervt endlos, während Ann Savo als laszive, akzent sprechende Sekretärin Schürenbergs alles ist, nur nicht sexy, wenn sich mit schwingenden Hüften daran macht, Anzüglichkeiten zu versprühen.
Und technisch kann der Film auch nichts leisten, denn neben Szenenrecycling aus anderen Filmen gibt es hier die vermutlich schlechtesten Rückblenden zu sehen, seit der Stummfilm unpopulär wurde.
Einzig und allein das Finale mit seinen vielen Überraschungen und doppelten Böden kann überzeugen und macht Spaß. Aber in der Form, wie er seine Protagonisten ins Nichts entlässt, ohne ihnen einen richtigen Abschluß zu gönnen, ist es nur offensichtlich wie mechanisch dieser Film runtergekurbelt wurde.
Für Trashfans sicherlich ein Highlight, ansonsten ohne Atmosphäre und Spannung und deutlich schlechter als der Nachfolger. (3,5/10)