Die junge Anwalts-Gehilfin Gwenda Milton, die den Machenschaften ihres Chefs Maurice Messer, welcher gemeinsam mit drei Handlangern einen florierenden Mädchenhandel betreibt, auf die Schliche gekommen ist, wird tot aus der Themse gezogen... erdrosselt und anschließend im Wasser entsorgt, um die Tat wie einen Unfall aussehen zu lassen. Bei der Ermordeten handelte es sich allerdings um die Schwester von Arthur Milton, der auch "Der Hexer" genannt wird, welcher einst von den Behörden nach Australien ausgewiesen wurde, nachdem er bereits schon einmal mehrere Kriminelle in den Selbstmord getrieben hatte. Inspector Higgins von Scotland Yard ist davon überzeugt, dass Milton nun nach England zurückkehren wird, um sich an den Mördern seiner Schwester zu rächen. Kurz darauf taucht gemeinsam mit Miltons Ehefrau Cora Ann auch der Australier James W. Wesby in London auf, bei dem es sich durchaus um den "Hexer", der ein Meister der Verkleidung ist, handeln könnte. Um Higgins bei seinen Ermittlungen zu unterstützen, reaktiviert Scotland Yard-Chef Sir John den pensionierten Inspector Warren, der als einziger den "Hexer" je ohne Maskerade zu Gesicht bekommen hat... Alleine schon wegen des Aufeinandertreffens der beiden Stamm-Darsteller Joachim Fuchsberger und Heinz Drache mag "Der Hexer" durchaus ein Fan-Favorit innerhalb der Edgar Wallace-Reihe sein, objektiv betrachtet handelt es sich hierbei aber leider doch nur um einen der mittelmäßigeren Beiträge. Ohne allzu viele gruselige Elemente spult sich hier eher ein reiner Krimi-Plot vor dem Zuschauer ab, der aus der Frage, welcher der Anwesenden denn nun tatsächlich der "Hexer" ist, leider keinen durchgängigen Spannungsbogen konstruiert und sich zudem - selbst für hiesige 60er Jahre-Verhältnisse - doch arg auffällig mit chauvinistischen und sexistischen Details beim (männlichen) Kinogänger anbiedert, was heutzutage mal eher einen schalen Nachgeschmack hinterlässt... und dabei sind ja beileibe nicht alle Wallace-Streifen gut gealtert! So wirklich zum Wiehern ist dann aber die Enttarnung von Arthur Milton ganz zum Schluss, was da mit den veranstalteten Masken-Shenanigans tatsächlich schon ähnlich dumme Momente aus "Ab in die Ewigkeit" oder den "Mission: Impossible"-Streifen vorwegnimmt... so betrachtet war "Der Hexer" also durchaus seiner Zeit voraus *ähem*. Okay, der blödeste Einfall in einem Edgar Wallace-Streifen ist DAS sicherlich nicht, aber irgendwie hat Alfred Vohrer es nicht geschaft, aus ein paar brauchbaren Ansätzen des Drehbuchs inszenatorisch Kapital zu schlagen und auch die unfreiwillig komischen Momente wie zuvor noch in "Der Zinker" und "Das indische Tuch" recht charmant wirken zu lassen. Was "Der Hexer" letztendlich ein wenig rettet, ist einerseits der merklich betriebene Aufwand und andererseits halt wirklich die knackige Schwarzweiß-Fotografie, die so einen Gruselkrimi-Krempel ja immer so schön atmosphärisch gemacht hat. Rein finanziell betrachtet war "Der Hexer" mit mehr als zweieinhalb Millionen Kino-Besuchern allerdings nach den letzten paar enttäuschenderen Filmen wieder ein echter Hit, der die Wallace-Maschinerie für die nächsten paar Jahre nochmal kräftig am Laufen gehalten hat (und da wundert es einen auch nicht, dass bereits 1965 die Fortsetzung "Neues vom Hexer" in den Startlöchern stand)...
5/10