Review

Inhalt:

China während der manchurischen Qing-Dynastie. Das Kloster der Shaolin wird von den Qing argwöhnisch betrachtet.
Doch das Kloster befindet sich in einer Krise..., 3 Schüler wurden ermordet, es muss davon ausgegangen werden, dass diese ihren Mörder kannten. Somit muss es sich um einen Insassen des Klosters handeln.
Mönch Yu Teng will den Mörder ermitteln, auch er wird getötet, so wie Bruder Li und eine Wache. Schließlich wird noch der Jade-Schatz entwendet.

Unter dringendem Tatverdacht steht der ehemalige Schüler des Klosters... Lei Pang Fei (Carter Wong)!
Es kommt zum Kampf..., doch gelingt Lei Pang Fei die Flucht...!
Zahlreiche Attentäter (u.a. Lung Fei)  wollen Lei Pang Fei dingfest machen..., auch aus dem Hinterhalt!
So wird ein Mädchen (Liu Shan) brutal ausgepeitscht..., Lei Pang Fei will sie retten..., doch ist dies eine Falle. Nur dank seines herausragenden KungFu kann Lei Pang Fei alle Gefahren überstehen...!

Der Raub des Jade-Schatzes birgt für die Mönche ein großes Problem.
Denn dieser Schatz wurde vom Vater des aktuellen Kaisers (Kong Nam) dem Kloster übergeben, damit es diesen sicher verwahrt!
Der Kaiser und vor allem seine so machtbewusste wie sehr eitle Schwester (Doris Lung Chun-Erh) wittern nun die Chance, das Kloster entscheidend zu schwächen!
Sie wollen den Jade-Schatz sehen. Der neue Abt des Klosters, Yuan Wai (Liu Ping), verspricht dem Kaiser: Wenn es den Mönchen nicht innerhalb eines Monats gelingt, den Schatz wieder zu beschaffen, wird sich das Kloster selbst zerstören, und alle Insassen Selbstmord begehen!

Ten Chi (Chang Yi) war einst einer der besten Schüler in Shaolin. Sein KungFu ist formvollendet..., er entwickelte sogar einige Stil-Arten selbst.
Er wurde aus dem Kloster entlassen..., da er immer wieder den Kampf suchte. Die vielen Kämpfe, sie haben seinen Charakter stark beeinflusst. Verbittert fristet er sein Dasein in einer einsamen Hütte.
Lei Pang Fei suchte ihn auf..., und durch diesen will Ten Chi wieder den Kontakt zum Kloster herstellen und sich rehabilitieren!
Schließlich taucht noch die Amazone Liu Chi-Yen (Polly Shang Kuan) auf. Auch sie beherrscht ein herausragendes KungFu..., und wird von Ten Chi beauftragt, Lei Pang Fei zu suchen....!

Den Mönchen gelang es derweil nicht, den Schatz wieder zu beschaffen.
Vor den Augen der Kaiser-Schwester begehen die ersten Novizen Suizid.
Wird es Lei Pang Fei und Liu Chi-Yen gelingen, den Schatz wieder zu beschaffen, den Verräter zu entlarven und das Kloster der Shaolin zu retten.....?


Fazit:

Im Jahre 1977 drehte Regisseur David Lin (aka Kong Nam) diesen insgesamt unterhaltsam-flotten Polly&Carter-Eastern für das Studio "Great East International" auf Taiwan.

Der Streifen geht ein hohes Tempo, hetzt etwas durch einen teils verzwickten Plot..., bietet helle, klare Bilder, eine teils üppige Ausstattung (vor allem im Kloster der Shaolin), eine gediegene Eastern-Atmosphäre, viele dynamische KungFu-Fights und einen prominenten, hochkarätigen Cast!

Mir gefiel daher dieser Actioner ziemlich gut, es ist ein flotter, ein unterhaltsamer Eastern, der keine Längen besitzt, bunt und gut fotographiert (die Sequenzen im Umfeld der Hütte Chang Yi´s im Studio, das hatte einen Hauch von Shaw Brothers) daher kommt.
Leider gibt es auch einige Mankos zu beklagen..., die aber wohl auch damit zu tun haben, dass mir nur eine Cut-Fassung dieses Streifens vorlag.
Am Ende geht es etwas ratzfatz zu..., das Dubbing ist schon übertrieben brachial..., und dann wieder diese wohl unvermeidlichen Waagerecht-Fliegereien abseits aller physikalischen Gesetze.
Eastern wie dieser, sie wurden wohl pro Woche im Dutzend in jenen Jahren in Hongkong und Taiwan produziert..., einer hängte sich an den anderen. So sind denn die Erfolgs-Stereotypen immer die selben, und da gehörte wohl auch dieses Wire-Fu dazu, tja.

Insgesamt betrachtet bietet der Plot aber ein spannend-unterhaltendes Puzzle, sowie manchen Twist, und interessante Figuren.
Vor allem die Rolle Chang Yi´s, als skurriler, von Gewalt faszinierter Außenseiter. Aus dem Kloster entlassen, das erlernte KungFu stets selbst weiter entwickelnd, vom Kampf besessen. Doch diese in der Einsamkeit einer Hütte in Verbitterung lebende Figur, sie ist undurchschaubar. Meint er seinen Wunsch nach Rehabilitierung ernst, oder ist er doch nur ein eigennütziger Bösewicht?
Und Chang Yi spielt das richtig gut!

Überhaupt ist der Cast bemerkenswert um Carter Wong und Polly Shang Kuan herumgebaut, und bietet in den Rollenbildern manch interessante Nuance!
Der Kaiser wird von Kong Nam dargestellt. Offenbar hat er keine Frau..., dafür ein besonderes Verhältnis zu seiner Schwester. Ob dieses Verhältnis auch von gewisser erotischer Natur ist..., who knows? Ausschließbar ist das nicht.
Diese Schwester wird von Doris Lung verkörpert..., selbstbewusst nach außen. Doch auch unsicher..., was sie durch eine bemerkenswerte Eitelkeit offenbar kaschiert.
Sie fightet nur wenig, doch technisch gut..., und bietet sich sogar ein Duell mit Polly Shang Kuan. Leider nur kurz bis Carter Wong dazwischen geht.

Mark Lung und O Yau Man sind als Kloster-Obere gut besetzt,
Liu Ping agiert als Interims-Abt. Seine Rolle sorgt für den Twist.., auf wessen Seite steht er, welches Geheimnis umgibt ihn...?

Schließlich sind da natürlich noch die Hauptrollen-Charaktere...., Polly Shang Kuan und Carter Wong, denn es ist ein weiterer Polly&Carter-Eastern..., DAS Traumpaar des Genres damals.
Polly, damals 28jährig, ist hier auf dem Höhepunkt ihrer Attraktivität. Und sie spielt ihre Figur der Amazone diesmal überraschend ruhig, fast sachlich-überlegend. Trotzdem bringt sie ihre unvergleichliche Aura hier wieder ein..., und natürlich fightet sie ungemein agil und technisch auf hohem Niveau..., watch her kicks!

Carter Wong hat die Hauptrolle. Er ist der gejagte Unschuldige..., der verzweifelt gegen den Verdacht ein Mörder und Dieb zu sein gegen an geht.
Auf der Flucht hat er viele Fights zu bestehen..., und auch er bringt seinen athletischen KungFu-Stil hier gekonnt ein.
Doch Carter Wong ist auch ein guter Schauspieler, der in all seinen Shaolin-Eastern ja die verschiedensten Rollenbilder inne hatte.
Als Villain ja diese skrupellose Aura, mit stechendem Blick und vor Grausamkeiten nicht zurückschreckend. Hier aber als verzweifelter Flüchtling der die Wahrheit erforschen will, auch da kann er mimisch überzeugen, und steht letztendlich im Zentrum hinichtlich der Rettung des Klosters.

Selbst in den kleineren Rollen besetzt die Regie diesen Eastern interessant: So sind als Gaststars hier Lung Fei als Attentäter, und die bildschöne Liu Shan als Auspeitschungs-Opfer mit dabei.
Liu Shan wird brutal ausgepeitscht..., und schreit lauthals. Das hatte was. Die junge, höchstattraktive, vollbusige Darstellerin Liu Shan ("The woman avenger") würde ich nur dann von der Bettkante schubsen, wenn für mich ein Super-Dreier mit Aminata Sanogo und Dreispringerin Yargelis Savigne in Aussicht stünde (auch wenn mir da ganz schwarz vor Augen wird... ;-)  )!

Bleibt noch die KungFu-Action. Dynamisch und intensiv wird hier gefightet, manches wirkt etwas sehr hastig, und die Fliegereien..., ein etwas zu brachial-übertriebenes Dubbing (Geräuschkulisse), auch das Finale mit dem Pferdekarren, das hätte man auch anders und besser machen können, na ja.
Insgesamt kann die KungFu-Action hier aber noch überzeugen, denn vor allem Chang Yi, aber auch Polly und Carter bürgen für genügend Qualität.
Am besten gefielen mir die kernigen und technisch besseren Fights mit Chang Yi in einer Rückblende, kurz nachdem er aus dem Kloster entlassen wurde.
 
"Der Rebell der Shaolin" ("Shaolin traitor")..., ein insgesamt guter Eastern-Vertreter "für zwischendurch unter der Woche"...., Puzzle-Story, gediegene Atmosphäre, weitestgehend knackiges KungFu und ein toller Cast. Das reicht für knappe 6,5/10 Punkte in meiner Bewertung...!

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