Irgendwo zwischen Wirtschaftssatire und „Bonnie & Clyde“ als Comedy, ist dieser Streifen bemüht, beides miteinander zu kombinieren. Das fällt zwar in solidem Maße unterhaltsam aus, kann aber aufgrund unausgewogener Story nie so recht überzeugen.
Dabei gefielen mir die ersten 20 Minuten am besten: Dick Harper (Jim Carrey) hat die Möglichkeit, zum neuen PR-Chef der „Globodyne“ aufzusteigen. Als solcher vergeigt er aber ein TV-Interview und die Wahrheit über das verschuldete Unternehmen kommt ans Licht, woraufhin Dick und die übrigen Angestellten auf der Straße landen.
Hier funktioniert die Satire noch richtig gut, wenn Carrey sich über den neuen Mercedes des Nachbarn ereifert oder im Fahrstuhl vor lauter Freude „I believe, I can fly“ einer Neuinterpretation unterzieht. Das förmliche „In den Pöter kriechen“ beim Vorstandsvorsitzenden (Alec Baldwin) gehört ebenso dazu, wie das durchgeplante Sexleben mit seiner Frau.
Dann folgen die Arbeitslosigkeit, der soziale Abstieg und der finanzielle Ruin. Trotz aller Bemühtheit an Humor löst das eher ein bitteres Grummeln beim Zuschauer aus, da diese traurige Situation nun mal allgegenwärtig ist und hier auch kaum ein Bestreben zu erkennen ist, die Stimmung mit bissigen Szenen aufzulockern. Da muß man sich mit Duschen unter der Sprengleranlage und ein paar geklauten Rasenteilen zufrieden geben.
Doch dann hat Dick eine Vision:
„Wir haben uns an die Regeln gehalten und sind verarscht worden…“.
Also folgt der „Bonnie & Clyde“ -Anteil. Dick und Jane versuchen sich in räuberischer Erpressung, was zunächst natürlich vollkommen daneben geht: „Hast du den Laden tatsächlich überfallen? - Nein, aber den „Eissturm“ habe ich nicht bezahlt!“
Nachfolgend werden die Überfälle besser geplant und es kommen mehr oder weniger originelle Kostüme zum Einsatz, was Freunde alter Krimis durchaus deutliche Parallelen aufzeigen wird.
Am Ende will man auch noch Oberchef Alec Baldwin um ein paar Millionen bei einer Einzahlung in einer Bank austricksen und letztendlich gibt es wieder jede Menge Versöhnung und ein überzogenes Happy End, was unter satirischen Gesichtspunkten schon fast untragbar ist.
Jim Carrey überzeugt weitestgehend in der ihm angepassten Rolle, kann mit betontem Oberkiefer-Grimassen allerlei ausrichten, nur wenn er zum betrunkenen Hampelmann auf den Tischen der Highsociety mutiert und mit ganzem Körpereinsatz Verrenkungen ausübt, ist das nur noch albern, aber nicht witzig.
Wirklich blass hingegen agiert Tea Leoni als Jane, zwar bemüht, den übereifrigen Ehemann zu bremsen, aber eigene Ansätze zum vergnüglichen Ausleben ihrer Rolle bleiben aus.
Wirkliche Schenkelklopfer finden sich recht selten, zu harmlos sind die Gags und zu zurückhaltend die Kritik am Wirtschaftssystem (obgleich man in einer Szene ein Interview mit Bush in den Hintergrund basteln konnte).
So wirkt diese Komödie letztlich sehr bemüht, möglichst viele Aspekte zu integrieren, doch das Ergebnis ist „nur“ oder „immerhin“ unterhaltsam ausgefallen.
6 von 10 Punkten