Jim Carrey spielt einen leitenden Angestellten eines Großunternehmens, der schließlich entlassen wird, als das Unternehmen Pleite geht und den aufwendigen Lebensstil seiner Familie nicht mehr halten kann. Nachdem er und seine Frau, gespielt von Tea Leoni, schließlich auf der Straße sitzen, starten die beiden eine kriminelle Karriere und planen nach ein paar gelungenen Verbrechen einen größeren Coup: Sie wollen Carreys ehemaligen Chef, gespielt von Alec Baldwin, ausnehmen.
Nachdem er mit "Die Truman Show" und "Der Mondmann" auch außerhalb des Komödien-Genres schauspielerisches Talent beweisen konnte, zeigt sich Jim Carrey hier in einer etwas ernsteren Komödie und trägt einmal mehr einen Film fast im Alleingang. Er zeigt wie gewohnt einen guten Mix aus einer ernsten und überzeugenden Darbietung und seinem typischen Slapstick-Humor. Zum Glück hält er sich diesmal beim Grimassenschneiden ein bisschen zurück und übertreibt es zu keinem Zeitpunkt. Und wenn Carrey nicht in Hektik und Grimassenschneiden verfällt, womit er schon "Ich, beide und sie" ruinierte, ist der Film gleich umso lustiger und gelungener. Aber auch Tea Leoni kann mit ihrer charmanten und liebenswerten Art voll und ganz überzeugen, zumal sie sehr gut mit Carrey harmoniert. Ursprünglich war Cameron Diaz für die Rolle vorgesehen, aber auch Leoni kann genügend Spielfreude vermitteln. Alec Baldwin, der nach seinen Rollen in "The Cooler" und "Aviator" mal wieder als aalglatter Geschäftsmann brillieren kann, rundet den guten Cast ab.
Gerade weil in den Kinos im Wochentakt diverse Teenie-Komödien mit absolut stereotypen Handlungen erscheinen, tut es gut noch einmal eine Komödie zu sehen, deren Handlung man nicht von der ersten Minute an vorhersehen kann. Wie schon beim Original "Das Geld liegt auf der Straße" gibt es ein paar unvorhersehbare Wendungen und ein paar gelungene Einfälle. "Dick und Jane" enthält ein paar zynische Blicke auf den American Way of Life und auf unternehmerische Habgier, wobei es eigentlich schade ist, dass diese sarkastischen Ansätze kaum weiter verfolgt wurden und zu Gunsten von diversen Slapstick-Einlagen weichen mussten. Während "Dick und Jane" vor allem in der ersten Hälfte überaus gelungen ist, kippt er zum Ende hin ein bisschen ab. Während andere Gangster-Komödien wie "Oceans eleven" oder "Confidence" überraschende und geniale finale Coups zeigen ist das Ende bei "Dick und Jane" leider etwas zu einfach gestrickt. Dass die Story keinen Ansatz von Tiefe hat lässt sich wie bei vielen Komödien verschmerzen.
Nachdem er hauptsächlich durch Serien wie "Monk" auf sich aufmerksam machen konnte, leistet Dean Parisot auch bei "Dick und Jane" gute Arbeit. Er dosiert die Gags sehr gut, womit der Film von Anfang bis Ende unterhalten kann, aber auch einen Ansatz von Ernst behält. Darüber hinaus hält er das Erzähltempo sehr hoch, wodurch der Film die ganze Zeit über unterhalten kann. Leider gestaltet er das Ganze dann aber doch ein bisschen zu kurzweilig. "Dick und Jane" ist damit eine der typischen ordentlichen Komödien, die unterhalten, aber auch schnell wieder vergessen sind. Die Musik ist passt sich den einzelnen Stimmungslagen gut an und Parison setzt seine Darsteller optimal ein.
Fazit:
"Dick und Jane" ist eine unterhaltsame, amüsante und kurzweilige Komödie, die mit einer soliden Story, gut gelaunten Darstellern und einer ordentlichen Inszenierung im oberen Mittelmaß einzuordnen ist. Wenn man die satirischen Ansätze weiter verfolgt hätte, wäre auch mehr drin gewesen, als Unterhaltung für zwischendurch ist der Film dennoch empfehlenswert.
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