Es ist schon eigenartig, aber das Erste was ich dachte nachdem ich den Film gesehen hatte war, dass er in einer Beziehung typisch amerikanisch ist. Gewalt, Selbstjustiz, Schießen ohne Vorankündigung ? Kein Problem. Sex ? Mein Gott! Unsere Verfassung! Unsere Jugend(oder so) !
In diesem speziellen Fall ist allerdings zumindest Ersteres überaschend. Der Film ist eine TV - Produktion von HBO und bietet dafür wirklich deftige Durchschußszenen und Beißereien die anno 1994 auch auf der Kinoleinwand gewisse Probleme nach sich gezogen hätten bzw. wenigstens für eine ziemlich hohe FSK - Freigabe gesorgt hätten.
Aber gut, es geht um Werwölfe und da läuft's halt blutig ab.( Standartargument wenn einem sonst nichts einfällt )
Die Geschichte läuft dann auch ohne große Überraschungen ab : Der Polizist Max ( Mario van Peebles ) muss mitansehen wie sein Freund und Partner bei der Zerschlagung einer Geiselnahme erschossen wird, am nächsten Tag quicklebendig und augenscheinlich unverletzbar wiederkehrt und sich schließlich vor Max' Augen selbst richtet. Als dieser der Geschichte nachgeht stößt er auf ein Sonderkommando der Polizei, daß sich zunächst "nur" als Todesschwadron, mit ganz besonderem Interresse an Max als neuem Mitglied, entpuppt. Nach dem ersten Einsatz wird klar was jeder, der sich den Film besorgt hat, schon wußte: Der Trupp besteht aus Werwölfen. Diese injizieren sich vor jedem Einsatz eine Droge aus Hirnsaft ihres Anführers ( Bruce Payne ), der zur Verwandlung führt. Max weigert sich beizutreten, ist allerdings einer abschließenden "heißen" Nacht mit einer der Werwolfladies ( Patsy Kensit ) nicht abgeneigt.( man beachte was ich eingangs sagte! Allerdings ist es auch möglich daß ich ein falsches Verständnis von Sex habe...wozu Hosen öffnen oder ausziehen...wozu bewegen....des geht scho!!). Als Krönung dieses Abenteuers bekommt Max von seiner Gespielin eine richtig schöne Portion Hirndroge gespritzt, damit er sieht was er verpassen würde wenn er nicht beitritt.
Von nun an ist Max mittendrin, statt nur dabei.....
Ja, das klingt alles ganz gut und es ist auch wirklich alles ganz....naja...nett. Der Film hat eine gewisse Ähnlichkeit mit "Species": er ist ein Paradebeispiel von relativ belanglosem Durchschnitt. Alles was gezeigt wird ist nicht wirklich schlecht, aber auch weit davon entfernt wirklich gut zu sein. Als filmisches Beiwerk beim zu Hause vorsichhintrödeln absolut O.k., bei eingeschaltetem Gehirn werden sich einem allerdings immer wieder Fragen der Kategorie " Warum denn eigentlich...?"stellen. Die Motive der Werwölfe sind standartisiert langweilig ( Wir killen weil das Gesetz versagt...). Mit Ausnahme der zwei Hauptcharaktere bleiben die restlichen Teile des "wolfpacks" grausamst blaß. Die Hälfte von ihnen bringt es gerade mal auf einen Satz und der ist an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen ( Stichwort geplatzte Hochzeit ). Was die Droge genau macht, ob Vollmond überhaupt nötig ist und warum die Werwölfe bei einer totalen Mondfinsternis ( Full Eclipse ) gegen absolut alles immun sind...ich hab keine Ahnung. Wie gesagt es ist alles einigermaßen oberflächlich und mau...aber nett..
Hauptproblem ist aber alles in allem, daß der Film einfach in Unwürde gealtert ist. Das was er zeigt ( inklusive dem Pseudo Akte-X Schluss ) war damals noch am Zahn der Zeit, aber eben auf B-Film Niveau. Folglich gab es damals bereits besseres und heute kennt man alles schon. Mario van Peebles, Patsy Kensit, Bruce Payne waren damals gerade auf dem Hochpunkt ihrer Karrieren, aber eben auch im B-Film.
Man ist anderes heutzutage gewohnt und Full Eclipse ist leider einer der Filme bei denen das schmerzlich deutlich wird.