Twirling ist zwar eine Sportart, die mittlerweile weltweit ausgeübt wird, aber in der Form eigentlich nur aus den USA stammen kann. Hier wirbeln hauptsächlich Frauen zu Marschmusik mit dem Baton-Stab (das Ding mit dem in Paraden die Tambourmajore um sich werfen) und rhythmischer Gymnastik ihren Stab durch die Gegend. In den Staaten wird das allerdings todernst als Wettbewerb durchgezogen. Hier findet in Texas der landesweite Miss Twirl USA Contest statt, der droht zwei beste Freundinnen zu entzweien, die beide daran teilnehmen.
Was in diesem Fernsehfilm zunächst zu befürchten ist, wenn wir ständig halbnackte Mädels bei Turn- und Stabübungen sehen (nicht das das was schlechtes wäre), entwickelt sich Twirl zum Glück nicht zu einer hirnlosen Hupfdohlen Show, die um irgendwelche Plätze im Cheerleader Team kämpfen, sondern um ein realistisches Drama um Freundschaft und fehlgeleiteten Ehrgeiz von Eltern, die ihren eigenen Mißerfolg in der Jugend durch ihre Kinder kompensieren wollen.
Einen wirklichen Schwerpunkt hat Twirl dabei nicht. Beide Plotten sind zeitlich gesehen etwa gleichberechtigt. Zunächst liegt der Fokus auf den best friends ever Bonnie Lee und Jill (sympathische Darsteller übrigens), die am liebsten ein Unentschieden im Contest hätten, nur um dann mehr die Eltern und deren Aktionen zu beleuchten.
Hier wird dann aber deutlich das Script arg an Glaubwürdigkeit strapaziert. Jills Rotwein-süffelnde Mom tut alles um ihr Töchterlein zum Sieg zu verhelfen, da sie es in ihrer Jugend nur auf den dritten Platz gebracht hat. Da fallen dann Aktionen an, wie der Verbot Bonnie Lee zu sehen bis zum Ende des Wettkampf (und hatte sogar mal eine Affäre mit deren Vater) und geht sogar bis zum Betthupferl mit einem der Juroren. Bonnies Vater ist aber auch nicht viel besser und verlangt nichts anderes als Platz eins. Druck allerorten ist hier das Zauberwort.
Der Contest selbst spielt da fast eine Nebenrolle. Ein Mißgeschick führt zwar zu Tränen, aber auch zum Happy End. Twirl bietet da insgesamt eine recht einfühlsame Studie aus dem Alltagsleben, das man auch in Deutschland speziell an Fußballplätzen kennt, wenn cholerische Väter Schiedsrichter beschimpfen, weil dieser ein Foul an seinem F-Jugendlichen nicht gegeben hat. Auch nett das hier ganz junge Bekannte wie Heather Locklear oder Tracy Scoggins in ersten Rollen zu bewundern sind. Als Drama ist ist der Film jetzt nicht überragend, aber passabel unterhaltsam. Für einen einfachen TV-Film jedenfalls ok.
6/10