Eben hat Sherlock Holmes (Michael Caine) mal wieder einen Fall gelöst & für abgeschlossen erklärt, kurz darauf bekommt er auch schon einen deftigen Anschiss von seinem Partner Dr. John Watson (Ben Kingsley). Denn wie sich schnell herausstellt, ist die ach so geniale Spürnase ein Trottel. Mehr noch: Er ist auch ein Spieler, ein Säufer & ein drittklassiger Schauspieler, von Watson engagiert, damit er selbst, das wahre Genie, im Hintergrund ungestört ermitteln kann. Aber genug ist genug & so beendet Watson die Zusammenarbeit, nur um den Tölpel kurz darauf für einen letzten Kriminalfall (gezwungenermaßen) zurückzuholen, zum Missfallen von Inspektor Lestrade (Jeffrey Jones). Der Vater von Leslie Giles (Lysette Anthony) ist nämlich spurlos verschwunden & mit ihm die Druckplatten für die Fünf-Pfund-Noten. Hat da etwa Professor Moriarty (Paul Freeman) seine verbrecherischen Finger im Spiel?
Der von Thom Eberhardt (Night of the Comet) inszenierte Without a Clue (= OT) ist ein köstlicher Krimi-Spaß, der vor allem vom großartigen Zusammenspiel der beiden Sirs Caine & Kingsley lebt. Die beiden sind in prächtiger Spiellaune, harmonieren perfekt, kabbeln & zanken sich genüsslich wie ein altes Ehepaar, wobei der Clou natürlich ist, dass all das, was wir über Holmes & Watson zu wissen glauben, auf den Kopf gestellt wird. Puristen, die zum Lachen in den Keller gehen, werden das Werk deshalb wohl hassen. Der Film funktioniert dabei sowohl als Krimi als auch als Komödie, welche nicht nur mit herrlichen Wortgefechten, sondern auch mit skurriler Situationskomik, tollen Slapstick-Einlagen & richtig witzigen Gags punktet. Bei Holmes’ stolzer Enthüllung von Moriartys "richtigem" Namen bin ich weggebrochen. Genie und Schnauze ist zudem hübsch ausgestattet, die schnieken Kostüme sitzen, die Atmosphäre ist wohlig angenehm, die (wenige) Action überzeugt & alles mündet in ein schönes versöhnliches Ende. Eine runde Sache.