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Fleischfressende Nacktschnecken und unerklärliche Todesfälle in einer Kleinstadt, - als Tierhorrorfreund mag man sich bereits ausmalen, je nach Affinität gegenüber den Weichtieren, wie glitschig der funky Trash ausfallen könnte.
Aber auch, wie sehr dieser spanische Beitrag den Genre-Konventionen angepasst ist, indem er sich kapitelweise und dabei völlig überraschungsfrei, manchmal allzu sehr im Schneckentempo, bis zum explosiven Finale durcharbeitet.

In „Jaws“ hieß der Held Brody, hier heißt er Brady und arbeitet für das Gesundheitsministerium. Er ist auch der einzige, der einen Zusammenhang zwischen einem angeknabberten und dadurch toten alten Mann, vermehrt aufkommenden Schleimspuren, einer ehemaligen Giftmülldeponie und entsprechenden Gegenmaßnahmen bilden kann.
Als Sympathieträger mag man den Typen aber kaum betrachten, denn der Kerl spielt, wie all seine Schauspielkollegen, teilweise unterirdisch schlecht.

Ohnehin wirkt das Geschehen oft käsig, sämtliche Randfiguren werden recht beliebig ins Geschehen geworfen, wie das obligatorische erste Todespaar auf einem See angelnd oder ein Bürgermeister, der natürlich nicht das Klischee auslässt, sämtliche Warnungen arglos in den Wind zu schlagen.
Dazu ein paar Opfer oder Helden-Helfer ohne große Einleitung, wie ein Hobbygärtner oder ein Paar beim Bömbeln, ein Biologie-Lehrer, der in erstaunlich kurzer Zeit ein probates Gegenmittel findet und eine trunkene Hobbyköchin, die ihrem Mann mal soeben einen Kopfsalat mit unbemerkter Fleischbeilage serviert, - einen Tag später explodiert sein Kopf.

Das sind dann wieder diese Szenen, die dem Ganzen einen brauchbaren Unterhaltungswert unterjubeln, denn neben unübersichtlichem Gewürm und einer Schnecke, die zubeißt (deutlich mit Zähnen!), kommen die wenigen Splatterszenen recht gut zur Geltung.
So hackt sich einer mühevoll die Hand ab, weil er zu blöd ist, den Handschuh mit Schnecke drin einfach abzustreifen, dazu einige Knabberszenen und entstellte Leichen denen eine Menge Fleisch fehlt, eine Schnecke, die sich einen Hamster schnappt, eine völlig unnötige Snuff-Szene mit Sezierung und in Ansätzen zumindest Massenszenen, bei denen der Fußboden, oder zumindest die Toilette so ziemlich von den Schleimkriechern bedeckt ist.

Überraschend unspektakulär fällt indes der Showdown aus, in dem man sich mit einer Lithium/Arsen Mischung in die Kanalisation wagt, woraufhin dem Betrachter zwar kleine Schauwerte in Form von Pyrotechnik geboten werden, ein Wettlauf gegen die Zeit aber erst gar nicht stattfindet und eine groß angekündigte Halloween-Party leider keine Massenpanik auslöst, sondern nur ein unbemerktes Todesopfer am Rande fordert.
Man nimmt das so hin, wie den stets genervten Sheriff, ein Fuddeln im Kanalrohr oder die blöden Sprüche unter Eheleuten, die peppig wirken sollen, aber nur ein müdes Lächeln beim Betrachter erzeugen.

Am Ende bildet „Slugs“ einen tauglichen Beitrag aus der Rubrik Tierhorror, den man sich mit ein paar Gleichgesinnten und etwas Bier ganz gut reintun kann. Was vom Bier übrig bleibt, gönnt man den Schnecken im heimischen Garten, - damit es einem nicht ergeht wie den Typen, der am Abend nur etwas Leichtes essen wollte, dem am nächsten Tag aber praktisch die Klüsen aus dem Kopf quaddeln…
6 von 10

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