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"In einer Kleinstadt kommt es zu merkwürdigen Todesfällen, die allerdings nicht sonderlich ernst genommen werden. Die Opfer sind angefressen und das Gesundheitsministerium vermutet, dass es sich um Ratten handelt - falsch gedacht. Erst als dem Ermittler die überdurchschnittlich hohe Schneckenpopulation auffällt, schöpft er Verdacht. Natürlich glaubt ihm niemand, aber als plötzlich für die Stadt wichtige Geldgeber getötet werden, versucht man die schleimigen Menschenfresser aufzuhalten..." (Covertext der DVD).
Sei noch erwähnt, dass der Hauptdarsteller schließlich, mehr oder weniger im Alleingang und unter Einsatz seines Lebens, die schleimige Schneckenbrut vernichtet.Nachdem uns das Kino schon mit Killer-Würmern, Killer-Ameisen und anderem normalerweise eher harmlosem Getier traktiert hat, folgt nun also der "Angriff der Killer-Schnecken". Der spanische Regisseur Juan Piquer Simon hatte zuvor u.a. schon mit SONICMAN (1979) und dem faden MISTERIO EN LA ISLA DE LOS MONSTRUOS (1981) bewiesen, dass er kaum in der Lage ist, einen halbwegs gelungenen und interessanten Film auf die Beine zu stellen. Mit SLUGS, MUERTE VISCOSA offenbart er einmal mehr sein Unvermögen, vor allem was die Schauspielerführung und die Entwicklung einer halbwegs logischen, dramaturgisch ansprechenden Handlung betrifft. Mit Hauptdarstellern, die sich auf unterstem Niveau bewegen, hangelt sich der Film von einem blutigen Make-up-Effekt zum nächsten, ohne dass der Zuschauer auch nur das geringste Interesse an den Protagonisten entwickeln würde, abgesehen vielleicht von einem ständig zunehmenden Gefühl der Antipathie. Befördert wird dieses Gefühl durch die einfallslosen Dialoge und den klischeereichen, an den Haaren herbeigezogenen Plot, in dem die ignoranten Behörden ebenso wenig fehlen wie die unvermeidlichen Teenager, die für ein paar harmlose Sexszenen gut sind, nur um anschließend, Genre-Konform, als Schneckenfutter herzuhalten. Der müde Showdown, bei dem dann auch noch einer der Sympathieträger sein Leben zur Rettung der Stadt geben darf, wurde mit einigen völlig unnötigen pyrotechnischen Effekten "gewürzt", die so manchen Zuschauer aus seinem wohligen Schlummer reißen dürften.
Letztlich sind die deftigen Splattereffekte das einzig erwähnenswerte Element dieses Films. Make-up-Mann Carlo DeMarchis und seine Assistenten haben dabei ganze Arbeit geleistet und technisch recht gelungene und zum Teil ziemlich unappetitliche Effekte geschaffen, so dass Zuschauer mit stabilem Magen quasi zum natürlichen Zielpublikum dieses low-budget Exploitationfilms gehören. Und was sagt der "Filmdienst"?: "Wir raten ab."
Neben den weitgehend unbekannten Hauptdarstellern des Films agieren in kleineren Rollen auch einige spanische Genre-Veteranen, die zu Piquers "Stock-Company" zählten. So war zum Beispiel Manuel de Blas bereits in den frühen 70er Jahren in einigen spanischen Horrofilmen zu sehen. Gleiches gilt für Patty Shepard und Frank (Francisco) Brana, einem der umtriebigsten Charakterdarsteller des südeuropäischen (Exploitation)Films.
SLUGS, MUERTE VISCOSA wurde innerhalb von sechs Wochen in der Kleinstadt Lyons (an der kanadischen Grenze, im Bundesstaat New York) und in Madrid gedreht.
Ebenso wie schon die alte deutsche Videofassung des Films, die von "New Vision" am 16.1.1989 veröffentlicht wurde, bietet auch die FSK 18 DVD des Billiglabels "Best Entertainment" den ursprünglich im Format 1:1,66 gedrehten Film nur im Vollbildmodus (4:3), wobei die Bildqualität kaum mehr als durchschnittlich ausgefallen ist. Die DVD verfügt zudem nur über den deutschen Ton, der überflüssigerweise auf Dolby 5.1 "hochgemischt" wurde (Originalton: mono). Inzwischen ist eine weitere Auflage des Films im Originalformat (anamorph) beim Anbieter "X-Rated-Video" (Nr.104) erschienen.

They Ooze.They Slime. They Kill (Plakat)
Schnecken übernehmen die Macht (Video)
Schnecken - Sie sind schleimig, sie sind eklig, sie sind tödlich (DVD)

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