Review

Von Dan Curtis produzierte, kanadisch/US-amerikanische TV-Adaption des klassischen Gruselstoffs aus dem Jahre 1968, mit Jack Palance (ebenfalls zu sehen in Dan Curtis’ „Dracula“) als Hauptdarsteller, der hier sowohl die Rolle des Dr. Jekyll als auch die des Mr. Hyde mimt. Regie führte Charles Jarrott. Die Optik des Films bewegt sich leider auf unterem TV-Niveau und wirkt eher wie ein abgefilmtes Theaterstück, die absolut unprofessionelle deutsche Synchronisation, die stellenweise so asynchron ausfiel, dass sie diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient und zudem deutlichen Lautstärke-Schwankungen unterliegt, verstärkt den amateurhaften Eindruck. Man ging keinerlei Risiko ein, so dass kaum ein Mord zu sehen ist und sich Schlüpfriges ebenso wenig findet. Handwerklich also eher auf unterem Niveau anzusiedeln und dazu noch sehr gefällig. Warum gefiel mir dieser Film trotzdem? Das liegt zum einen sicher daran, dass ich noch nicht allzu viele Verfilmung dieser Schauermär gesehen habe, schon gar keine anscheinend so werkgetreue wie diese, und insofern noch nicht „übersättigt“ bin. Zum Anderen muss ich aber auch Palance’ Spiel würdigen, der als Mr. Hyde eine einfache, aber wirksame Maske verpasst bekam und sich durch sein leicht übertriebenes Spiel gut in die „Theaterkulisse“ einfügt. Außerdem fasziniert mich die Geschichte, die ich in Literaturform zwar nicht kenne, hier aber für mein Empfinden recht deutlich als Parabel auf Alkohol-/Drogen-Missbrauch fungiert und in seiner ruhigen, humorlosen Art durchaus einen gewissen psychologischen Tiefgang aufweist. Allerdings ist diese am Stück ob ihrer Länge von rund zwei Stunden nur schwer zu ertragen und wurde möglicherweise bei ihrer Erstausstrahlung in Form mehrerer Episoden gezeigt…? Konsumiert in zwei großen Happen habe ich mich aber passabel unterhalten gefühlt und hatte aufgrund des Erzähltempos genügend Zeit, das Gesehene zu reflektieren.

Leider unter aller Sau fiel allerdings die DVD-Auswertung von „Best Entertainment“/“Power Station“ (allein schon diese Namen…) aus: Rein technisch gesehen ist dies die mieseste DVD, die ich jemals gesehen habe. Neben den bereits erwähnten Tonschwächen ist das Bild dunkel, unscharf, streifig und extrem ruckelig an der Grenze zur Unansehbarkeit. Dass dann beim Transfer anscheinend hier und da auch noch die Rolle festhing und das Ergebnis aussieht, als hätte jemand den Film angehalten und anschließend die Spultaste betätigt, überrascht mich nicht mehr. Glücklicherweise hat mir meine Freundin sie für nur einen Taler von der Arbeiterwohlfahrt mitgebracht...

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