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Ben lebt nach dem Tod seiner Mutter mit seinem arbeitslosen Vater zusammen und schlägt sich mit Lieferjobs durch während sein Vater zu Hause rumhängt und keine ernsthaften Anstalten macht, wieder Arbeit zu finden. Im trostlosen Plattenbau von Halle scheinen jegliche Hoffnungen dahin für Leute wie Bens Vater, der den typischen ostdeutschen Verlierertyp der Wende verkörpert, tragischerweise in Verbindung mit dem eingangs erwähnten Schicksalsschlag, den er nicht überwunden hat. Ben hat Pläne und möchte Reiseberichte schreiben - und zwar möglichst über Orte an denen er auch tatsächlich war. Doch um sich über Wasser zu halten muss er sich zunächst auf Kippen-Dealereien mit seinem Kumpel einlassen und kann nicht offen mit seiner neuen Freundin, die aus wohlhabenderen Verhältnissen kommt, über alles reden. Schließlich droht die Situaton zu eskalieren und Ben an der Umkehrung des Fürsorge-Verhältnis zu seinem Vater zu zerbrechen, doch der Film entscheidet sich letztlich dann doch noch für ein hoffnungsvolles Ende, was sich aber keineswegs negativ auf die Glaubwürdigkeit oder Wirkung des Films auswirkt. Insgesamt bleibt ein unter dem label "kleines Fernsehspiel" und innerhalb der "Ostwind"-Reihe von ZDF und RBB realisiertes gut gespieltes deutsches Kleinod mit kitschfreien Figuren und intensiven Momenten.

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