Spät-Achtziger-Komödie in Episodenreihung, geschrieben und gedreht von Jeff Lau, der sich, damals noch vergleichsweise zu Beginn von Karriere und Bekanntheit erst mit der Horrorcomedy um The Haunted Cop Shop I+II (1987/88) sowie Operation Pink Squad (1988) und ansonsten eher als Produzent ähnlich gelagerter Werke einen Namen gemacht hat. Lau gilt heutzutage als Meister des Mo Lei Tau, einer Nonsenseausrichtung von Lustspielen, in der die Pointen und die Geschichten darumherum nicht wirklich viel Unterbau und Sinn, aber dafür die anything goes - Formel und den Sketch an sich als Ziel im Auge haben. Absurdes in allerlei Formen, vom allerharmlosesten Witz bis hin zur bitterbösen Groteske, oftmals mit kulturellen, gesellschaftlichen, popmedialen Anspielungen gespickt und die grenzenlose Überschreitung als genussvollen Vorteil haben. Auch "Golden Hotel" [ wörtliche Übersetzung ] besitzt bereits alle diese Eigenschaften, was gleichzeitig im Positiven zu befürworten, als auch bei der Wahl der Umgebung und der Behandlung der subplots mit zuweilen Negativen, da oft dem Ausruhen auf einer Idee belastet ist.
Die Wahl von Areal und Möglichkeiten liegt dabei durchaus auf der Habenseite des Filmes, stellt das hiesige Hotel, in Singapur gelegen, mit seinen weiträumigen Fluren, der hochstockigen Glasfassade samt Außenlift und dem großflächigen, zumeist anonym gehaltenen Begehungsradius gleicher Zimmer und identischer Entrees die perfekte Spielwiese für vielerlei Begegnungen unterschiedlicher Art dar. Ein exotisches Land, zur Reise von Touristen, dem Ausflug Freiheitsliebender und der Stätte von Geschäftsleuten ausgesucht, dazu mit dem Hotel gleichzeitig eine Stadt für sich, die abgeschottet von der Außenwelt fungiert und funktioniert und in der die Gäste zumeist nah beieinander wohnen, aber trotzdem jeder fremd vom Anderen sind. So wird für den Moment zwar Tür an Tür und Wand und Wand gelebt und genächtigt, kennen sich die Personen untereinander allerdings nicht; eine Prämisse, die hier oft den Ausschlag für allerlei Verwechslungen und damit erstmal die Basis des Humors ergibt.
Denn Irrung, Desorientierung, und entsprechende Konfusion stellt hierbei in allen, grob in vier Episoden aufteilbaren Ereignissen das Fundament der Geschicht'; eine Anonymität und Identitätslosigkeit, die fern von Daheim und Alltag und inmitten ebenso unpersönlicher und im Inkognito auftretender Gestalten auch den Hang und Drang zu allerlei Amourösen ergibt. Abseits der Konvention, an die man sonst gebunden ist oder sich des Eindrucks und der ungeschriebenen Regeln der Zivilisation gebunden fühlt, schweifen hier Blicke und Gedanken oft zum anderen Geschlecht hin und damit der Trieberfüllung ab. Ein verhindertes Liebespaar [ u.a. Charlie Chin ], das sich heimlich ohne des Wissen des Ehemannes einer der Beteiligten im schummrigen Hotelzimmer trifft und dort eine unfreiwillige Peepshow liefert. Der ausgespielte Voyeurismus der Hotelpagen, die zufällig per Kamera und Monitor Zeugen dieses Liebesspieles werden. Ein Tourismusführer [ Eric Tsang ], der sich, trotz daheimgebliebener Angetrauten, nach dem Absetzen seiner Reisegruppe ein ruhiges Schäferstündchen mit der überaus attraktiven Chung [ Cherie Chung ] erhofft, in ihr nach ersten Verführungsversuchen aber eine männermordende Verrückte und zusätzlich mit ihrer Psychologin Angela Tsui [ Pat Ha ] eine ebensolche Furie mit Messer und Rasierklinge und so auf Versagens- und Kastrationsängste ganz anderer Art trifft.
All dies wird mehr oder minder in grober Inkohärenz vermischt, ohne wirkliche Übergänge oder gar Zusammenhang vermischt, quasi die Geschichten eines Tages und einer Nacht, die unabhängig voneinander und trotzdem parallel und im selben Rahmen geschehen. Im Gegensatz zu späteren, vor allem auch in den letzten Jahren geradezu überbordenden, vielmals mit Fantasy, Effekten, Wildheiten tobenden Werken in Laus Filmographie (oder auch dem diesjährigen Chinese New Year Kollegen Hotel Deluxe) ist diese Arbeit, trotz seines Star- bzw. Bekanntheitsaufgebotes mit u.a. noch Kent Cheng, Richard Ng, Yasuaki Kurata, Wu Fung, Billy Lau und Teddy Yip, vergleichsweise noch geradezu klein und privat, wie tatsächlich intim und persönlich gehalten. Ein amüsantes, nicht besonders gehaltvolles, aber reichlich zerstreuendes Stelldichein, hier noch angenehm ruhig, nur ab und zu mit – dann tatsächlich wortwörtlich– aus der Ecke hervorspringenden Verrücktheiten und ansonsten viel visuell verständlichen Kabarettstückchen, Pantomimen, Slapstickeinlagen bestückt.
Tatsächlich treibende Kraft und das große Happy End an und in der Rezeption bietet der Abschluss der Reihung, die finale Geschichte um die Dreiecksbeziehung zwischen Hausmeister Buddy Cheung [ Jacky Cheung ] mit der besser situierten, aber liebreizend-jungfräulichen Miss Sunflower [ Joey Wong ], die von Buddys Kollegin und heimlich in Ihn verliebten, aber recht burschikosen 'Boy George' [ Cecilia Yip ] aus dem Hintergrund tatkräftig unterstützt wird. Eine angenehm stille Romantikkomödie im Arbeitermilieu, mit Klassenunterschieden, quasi in der Ebene vom Dienstbotengang noch hinab in die Parkgarage oder gar Kellerraum, in der unerreichbare Träume herbeigesehnt und schließlich auch, wenn auch anders als erwartet gelebt werden. In den besten Momenten wirkt man allein viel mit Blicken, mit dem Lächeln oder dem Weinen von Mund und Augen, mit tieftraurig isolierten Impressionen und dem erstmaligen Ausritt aus dem Hotel hinaus vor die Tore der Stadt.