Ende des 21. Jahrhunderts geht ein Virus um, der die Infizierten genetisch verändert und zu einer Art widerstandsfähigen und extrem intelligenten Vampir mutieren lässt. Die Regierung versucht die Krankheit zu bekämpfen, indem sie Infizierten aus den Städten treibt und isoliert. Milla Jovovich spielt eine der Infizierten, der ein neunjähriger Junge, gespielt von Cameron Bright, in die Hände fällt, der ein wichtiges Gen in sich trägt und vom Killerkommando der Regierung gejagt wird.
Mit dem Drehbuch zu "Sphere" lieferte Kurt Wimmer eine sehr innovative Story und mit "Equilibrium" einen visionären Sci-fi-Thriller, bei dem er sowohl für das Script, als auch für die Regie verantwortlich war. Umso höher waren die Erwartungen an sein neustes Sci-fi-Projekt "Ultraviolet", das leider auf ganzer Linie enttäuscht.
Wenigstes optisch findet man bei der verkorksten Produktion einige Bruchstücke von Wimmers "Equilibrium" wieder. Die Kampfszenen beeindrucken durch eine einzigartige, unvergleichliche Kampftechnik, die leicht und locker wirkt, perfekt choreographiert wird und hervorragend in Szene gesetzt ist. Die Action-Szenen sind glücklicherweise wohlwollend dosiert, dummerweise wirken sie aber alle ähnlich, fast identisch hinterlassen so einen überaus redundanten Eindruck. Die am Computer entstandene Kulisse ist zumindest teilweise sehenswert, wirkt aber, anders als bei "Equilibrium" sehr statisch und ungewohnt. Die musikalische Unterlegung ist halbwegs solide, die Action-Szenen hätten aber ruhig mit einem spannungsgeladenen Score unterlegt werden können.
Während Wimmer in "Equilibrium" die Grundidee voll ausschöpfte und den Konflikt zwischen der totalitären Regierung und den Widerstandskämpfern hervorragend aufzeigte erkennt man auch hier nicht wieder, dass ein halbwegs routinierter Autor und Regisseur am Werk ist. Die Charakterkonstruktion findet im Prinzip gar nicht statt, bis auf eine kurze Einführung am Anfang gibt es im Prinzip keine verwertbaren Informationen über die Zukunftsutopie, die hier gesponnen wird und die Dialoge sind in ihrer Stupidität fast schon amüsant. Zudem ist die Handlung ein vollkommen stereotypes Vehikel für die Action-Szenen und verläuft im Prinzip nur von einer Schießerei zur nächsten.
Allein schon aufgrund der katastrophalen Story kann Wimmer so natürlich keine dichte Atmosphäre aufbauen, außerdem scheut er, anders als in "Equilibrium" diesmal düstere Einstellungen. Das Erzähltempo hält er dabei enorm hoch, sodass der Film zusätzlich noch an seiner Kurzweiligkeit krankt. In nur 88 Minuten hastet Wimmer von einer seiner Action-Szenen zur nächsten, so bietet der Film immerhin gepflegte Langeweile, mehr aber auch nicht. Die Versuche, zwischenzeitlich einen Ansatz von Emotion in den Film zu bringen sind natürlich zum Scheitern verurteilt und peinlich schlecht.
Da der Film beinahe ausschließlich von diversen Action-Szenen bestimmt wird und die Charakterkonstruktion flacher als die Niederlanden ist, konnte Wimmer mit der Besetzung von Milla Jovovich, die ja nicht unbedingt die beste Darstellerin ist, auch nichts mehr falsch machen, im Gegenteil, dies ist ihr erster Film, in dem sie mal was rettet. Relativ knapp bekleidet stellt das ehemalige Modell einen weiteren optischen Höhepunkt des Films dar und leistet, wie schon in "Resident Evil" bei der Choreografie der Kampfszenen hervorragende Arbeit und spielt gerade gut genug für dieses Machwerk. Cameron Bright hat nahezu ein Abo auf solche Rollen, diverser merkwürdiger und suspekter Kinder, die er schon in "Birth", "Godsend" und "Butterfly Effect" spielte und auch diesmal ist er in dieser Rolle bestens aufgehoben. Der übrige Cast ist eher durchwachsen und bietet außer William Fichtner keine weiteren guten Darstellern.
Fazit:
Alles was Kurt Wimmer bei "Equilibrium" richtig gemacht hat, macht er hier falsch. Er kreiert keine düstere Zukunftsvision, versucht erst gar nicht die Charaktere zu konstruieren oder den zentralen Konflikt zwischen Infizierten und Nicht-Infizierten herauszuarbeiten, setzt stattdessen auf ein schnelles Erzähltempo, um die schlechte Story zu überdecken. Mit den gelungen Action-Szenen, der ansehnlichen Optik und der freizügigen Milla Jovovich ist wenigstens gepflegte Langweile drin, empfehlenswert ist der kurzweilige Sci-fi-Thriller aber nicht.
35%