Und hier haben wir mal wieder einen neuen Spielberg Film.
Außerirdische greifen mit absolut überlegener Technik die Erde an und besiegen die verschiedenen Nationen mit spielerhafter Leichtigkeit. Mittendrin der New Jerseyer Kranfahrer Ray Ferrier(Tom Cruise), der gerade Tochter und Sohn von seiner getrennt lebenden Frau fürs Wochenende bei sich hat und mit diesen sichtlich wenig anzufangen weiß. Nachdem der Angriff begonnen hat, versucht er mit diesen ziemlich planlos, zu seiner Exfrau zu fahren.
Das Positive dieses Filmes liegt eindeutig in der Optik. Die Darstellung der dreibeinigen Maschinen der Außerirdischen, die gewaltigen Bilder und Effekte von Zerstörung und Tod sind absolut perfekt gelungen. Dabei wiederholt Spielberg sich auch nicht in immer ähnlichen Szenarios sondern wechselt eindrucksvoll unterschiedlichste apokalyptische Bilder und Szenen ab, und man kann sagen, dass jeder Auftritt der Aliens Garant für wirklich gute Action und Spannung ist, so daß wenn das Budget aufgefahren wird, grundsätzlich keine Langeweile eintritt.
Leider ist dem nicht so, wenn der Film ruhiger wird, was sehr oft der Fall ist. Hier wird ein (Familien-)Drama daraus, und kein besonders gutes. Die Handlung, minimal wie sie ist und durchaus mit Logiklücken (Sohn überlebt, wo alle anderen sterben) behaftet, krankt eindeutig daran, dass man sie so schon zu oft gesehen hat. Familienvater, der mit seinen Kindern nicht zurecht kommt, rettet sie im Auge des Sturms und findet dabei mit diesen beziehungstechnisch wieder zusammen. Spielberg kann diesem Klischee dann auch leider nichts neues hinzufügen, so dass zwar nicht wirklich Langweile aufkommt, man aber vom Verlauf der Handlung/Interaktion seltenst überrascht wird und darauf hofft, dass sich bald wieder die Aliens zeigen, um den Film anzuheizen. Handlung und Dialoge sind gerade mal mittlerer Durchschnitt.
Dazu kommt noch, dass die Charaktere wirklich äußerst stereotyp sind. Da ist der überforderte Familienvater, der für seine Kinder kämpft, mit dem man aber nie wirkliche Sympathie empfinden kann, da er sehr eindimensional wirkt und auch eigentlich nur sinn- und ziellos durch den Film stolpert. Dazu kommt noch, dass Cruise hier ziemlich fehlbesetzt wirkt und recht farblos und uninspiriert agiert, so dass man ihm seine Rolle nicht wirklich abkauft. Sein Filmsohn (Justin Chatwin) ist der typische "Ich hasse meinen Dad-Teenager" der einem nach der ersten (und bis zur letzten Szene) einfach nur auf den Geist geht und bei dem man hofft (und weiß, dass dem nicht so sein wird), dass ihn doch bald die Aliens erwischen. Auch die Tochter (Dakota Fanning) bleibt allen Befürchtungen treu und wandelt sich vom neunmalklugen Früchtschen in das bekannte "geschocktes und schreiendes Mädchen"-Klischee. Wobei man sagen muß, dass Dakota Fanning hier im Rahmen des Drehbuches deutlich die beste Leistung erbringt! Weitere nennenswerte Charaktere gibt es übrigends nicht.
Insgesamt kann man sich mit diesen Charakteren also auch nicht wirklich identifizieren, was ein starker Schwachpunkt ist, da der Film komplett aus deren Sicht erzählt wird, so dass ein deutlicher Abstand zum Filmgeschehen bleibt.
Positiv ist noch anzumerken, dass Spielberg sich jegliches Pathos erspart und auch das Original-Ende von Wells übernommen hat, so dass im Ergebnis ein düsterer Film voller Hoffnungslosigkeit für die Menschen übrigbleibt, wenn, ja wenn das Happy-End nicht wäre (nicht zu verwechseln mit dem Ende des Krieges von Wells). Hier ist mal wieder Hollywood-Klischee angesagt, dass es einem übel wird. Einzelheiten erspar ich mir.
Fazit: Wem ein schmalziges Familien-Drama in einem apokalyptischem Weltuntergansszenario zusagt, der sollte hieran gefallen finden, und auch Fans gewaltiger Bilder werden nicht zukurz kommen, isgesamt jedoch kann der Film aufgrund seiner eingeschränkten Sichtweise und der doch recht schwachen Handlung aber nicht ganz überzeugen.
6/10