ACHTUNG: SPOILER
Also, Steven Spielbergs "Krieg der Welten" spaltet die Gemüter ja nun
stark, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich zähle mich zu den
Leute die diesen Film lieben, obwohl ich nicht 10/10 Punkten gebe, denn
perfekt ist er allemal nicht.
Wie jeder Film hat er positive und negative Aspekte.
Die Frage ist nur welche Aspekte empfindet man, für sich persönlich
als schwerwiegender.
Über eins braucht man sich, denke ich, nicht zu streiten: Der Film ist
ein UnterhaltungsMOVIE, wer storytechnisch hier Tiefgang erwartet schaut
mit Sicherheit den falschen Film.
Über die Story muss man nicht viel sagen: "Aliens greifen die Erde an,
eine Familie flüchtet" .
Das ganze verpackt in astreine Spezial- und Soundeffekte.
Um mehr geht es hier wirklich nicht man sieht den ganzen Film über nur
diese Familie flüchten, konsequent gezeigt, als ob man ein
Familienmitglied sei. Keine redenschwingenden Präsidenten, keine gut
geplanten Gegenangriffe oder zerstörten Sehenswürdigkeiten.
Das wird auch der Grund sein, warum der Film so GUT / SCHLECHT
angekommen ist.
Die schauspielerische Leistung kann durchweg überzeugen, auch wenn
andere anderer Meinung sind.
Tom Cruise, Dakota Fanning, Tim Robbins ... jeder von ihnen hat schon
mal schlechter gespielt, aber auch schon mal besser. Besonders Dakota
war in "Mann unter Feuer" und "Hide and Seek" wesentlich besser.
Selbst die Statisten, die als Zivilisten für die Massenpanik zu sorgen
haben sind sehr überzeugend.
Über die Spezialeffekte braucht man kaum was zu sagen, sie sind
Spielberg-Typisch perfekt gelungen, das Auge freut sich. Die
Massenzerstörung kommt sehr realistisch rüber. Auch sämtliche
Computeranimationen passen perfekt zu den real aufgenommenen
Hintergründen. Das Ohr freut sich aber auch, beklemmende Musik und ein
betäubendes Röhren der Dreibeiner sorgen für Angst vor diesen Maschinen.
Natürlich ist nicht alles Computergeneriert, die Schlussszene mit dem
roten Kraut, war ein reales Set, ebenso wie die Szene in dem Gitter
unter der Alienmaschine. Die Unterseite dieser Maschine wurde wirklich
nachgebaut. Was das angeht ist die Apokalyptisch-Beängende Stimmung
perfekt rübergekommen.
Besonders positiv fiel mir aber einmal, bei der Flucht am Anfang, die
Kamerafahrt auf der Autobahn auf, so was gefällt mir persönlich immer
sehr. Eine lange Kameraeinstellung, sogar mit Dialogen dazwischen, klasse Steven.
Das Ende ist aus dem Buch übernommen, was der Positive Teil davon ist,
endlich sind es mal nicht die Militärs die es schaffen die Aliens zu
bezwingen.
Aber jetzt mal zum Hauptaspekt warum mir der Film so gut gefiel, in der
heutigen Gesellschaft geht so was oft unter.
Ich denke auch, viele übersehen diesen Aspekt. Spielberg hat es
geschafft bei seinem Film zwar kein storytechnischen aber einen
psychologischen Tiefgang einzubauen, der oft nicht beachtet wird.
"DA IST EIN VATER, DER ALLES DRANSETZT, SEINE KINDER VOR EINER
DROHENDEN KATASTROPHE ZU RETTEN"
Es gibt mit Sicherheit viele Väter die sich daran ein Beispiel nehmen
sollten, auch wenn´s nur ein Film ist.
OK genug mit dem Schwärmen, wo sind die negativen Aspekte, kommen jetzt.
Natürlich aus meiner Sicht gesehen, mich stört es z.B. nicht, dass am
Anfang an einigen Fensterscheiben Regentropfen sind und in einer anderen
Szenen sind die Scheiben trocken.
Von der Flachen Story sehe ich hier ab, wenn man darauf eingeht, sollte
man erwähnen, dass Emmerichs Alieninvason "Indepenence Day" um das selbe
geht, sie ist halt nur aus der Sicht von Politikern und Militärs und
nicht aus der Sicht einer Familie.
Folgendes fällt da schon eher ins Gewicht, warum hat der eine Passant
eine funktionierende Kamera, wenn alles andere technische nicht
funktioniert. Hätte man den ersten Angriff nicht anders starten können,
aber das ist nur ne Kleinigkeit.
Schlimmer finde ich da schon, dass immer, egal wo die Familie gerade mit
dem Auto hinfährt, immer Platz vorhanden ist um doch noch mit dem Auto
weiterzukommen.
Selbst nach dem Flugzeugabsturz bei dem Haus der Ex-Frau, bei dem das
Auto neben dem Gebäude parkte gab es immer noch einen Weg durch den
Schutt. Dabei habe ich jetzt noch nicht einmal erwähnt, dass das Auto
nicht den geringsten Schaden nahm, trotz des Absturzes.
Es wirkt auch ziemlich unrealistisch, dass unser Tom mit seiner Familie
es immer schafft, den Angriffen zu entkommen, und zwar als EINZIGER.
Scheinbar hat es nie ein anderer Passant geschafft zu flüchten.
Ebenso unrealistisch wirkt, dass die Maschinen sooo groß sind, dabei
unter einer Stadt begraben sind. Das haben wir nie bemerkt ?????????
Unwahrscheinlich.
Der vorletzte Punkt betrifft die Aliens. Mir persönlich sehen die ein
wenig zu sympathisch aus, ja gar niedlich und tollpatschig, aber das mag
jeder anders empfinden.
Am meisten auszusetzen hat man aber wohl an dem raschen Ende, oben war
der positive Teil, jetzt kommt das Negative.
Erstens, warum ist in Boston, dort wo die Familie wohnt, alles noch OK,
nichts zerstört, alles in Ordnung. Des weiteren kann ich mir nicht
vorstellen, dass die Familie dort seelenruhig gewartet hat, bis Tom es
dann geschafft hat die Kinder vorbei zu bringen.
Ich finde auch das Ende wirkt so angeklebt, es kommt ein wenig zu
plötzlich.
Aber das Gravierenste, WARUM lebt der Sohn noch ?????
Warum leben überhaupt noch so viele seiner Familie, das passt nicht ganz
wie ich finde.
Also das Ende ist mir zu sehr "HAPPY END"
Das ist der Hauptgrund für den Abzug der 2 Punkte.
Viele regen sich noch darüber auf, dass die Aliens uns ja so lange
Untersucht haben, aber von den Bakterien nichts wussten. Zwei Dinge
dazu:
1. Das sie das seit Millionen von Jahren "richtig" planen kam von Tim
Robbins, der sowieso etwas verrückt in dem Film war.
2. Der Sprecher erwähnte das zwar auch, aber ich meine der sagte nur,
sie hätten uns neidisch beobachtet und observiert und zwar von deren
Planeten aus. Von da aus können die von unseren Bakterien nichts gewusst
haben. Und auch wenn sie unsere Atmosphäre gescannt hätten, mit ihren
weiter entwickelten technischen Möglichkeiten, kann selbst diese Technik
nichts von Bakterien wissen, die sie selber auf ihrem Planeten gar nicht
haben. Die können dann nur als UNBEKANNT dargestellt werden.
Und jeder, der diese Lösung für unrealistisch hält, der sollte sich mal
die Frage stellen: Warum bekommen viel Leute, die im Ausland Urlaub
machen, Durchfall vom Essen dort?
In dem Essen sind Bakterien, die wir aus Deutschland nicht kennen. Der
selbe Effekt.
Noch zu erwähnen wäre, dass ich es ganz lustig finde, dass Spielberg
etwas verwendet hat (gewollt oder ungewollt), was er schon vor Jahren in
"Jurassic Park" benutzte.
Das Versteckspiel mit der schlangenähnlichen Suchkamera der Aliens
errinnert stark an die Flucht der Kinder vor den Velociraptoren in der
Küche, bei "Jurassic Park". Das nur Nebenbei.
FAZIT: Popcornkino mit psychologischem Tiefgang, flacher Story, super
Effekten, aber bei weitem nicht Perfekt. Trotzdem extrem spannend.
Ich finde den Film sehr gut gelungen, trotz der vielen negativen Punkte.
Doch wie ich am Anfang schon schrieb, ich finde die wirken sich nicht so
schwer auf den Film aus, weil es sich auf Teile des Films bezieht. Die
positiven ziehen sich eher durch den ganzen Film, oder besser gesagt
über die komplette Filmlänge.
8 / 10 Punkten. Weiter so auch beim mit Spannung erwarteten "Indy 4" und
"Jurassic Park 4"
Anmerkungen und Fragen nehme ich gerne unter
"biberkiller@gmx.de" entgegen.