Review

Ich hatte nicht viel von Domino erwartet, nach den größtenteils schlechten Kritiken, deshalb bin ich auch mit dem Gefühl ins Kino gegangen, den Film möglichst schnell hinter mich zu bringen, doch im Endeffekt wurden es zwei unterhaltsame Stunden.
Wie schon von einigen Vorrednern erwähnt, ist der Soundtrack und die visuelle Stilrichtung des Films, das große Plus an dem Film. Grob kann man sagen, dass der Streifen ein langes abstraktes Pop Video ist. Vom Bild, Stil, Kameraführung sehr experimentell. Die Figuren sind allesamt tough und hochstilisiert, so dass das Gefühl aufkommt, das alle Figuren "cool" wirken sollten, um der Jugendkultur zu gefallen.
Leider ist dieses coole Image auch der Grund, dass die Charaktere allesamt flach wirken. Für einen Film, der grob biografisch das Leben einer Kopfgeldjägerin erzählen sollte, ist er in der Hinsicht, sehr enttäuschend, denn ich hätte mehr seelische Abgründe erwartet, innere Konflikte und mehr Gefühl.
Die Schauspielleistung ist solide aber bei einem anderen Skript, wäre sicher mehr drin gewesen, denn die meisten der gecasteten Schauspieler können es besser.

Ein weiteres großes Manko ist, dass ab dem letzten Drittel des Films Religion/Schicksal in den Vordergrund rückt, was ich als extrem nervig empfunden habe. Für mich sieht das nach dem verzweifelten Versuch aus, noch kurzfristig dem Film eine gewisse geistreiche Tiefe zu verleihen, was aber nur billig wirkt.

Wer aber dennoch Interesse hat, einen visuell beeindruckenden Film zu sehen, der sollte sich Domino antun.

Fazit: Ein actionreicher Pop Film mit durchschnittlicher Story und coolem Soundtrack

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