Review

Ein Projekt sollte es werden, das Vorurteile aufzeigt, die Schwule gegenüber Lesben haben und umgekehrt und mit ihnen aufräumt: Fucking Different, eine Kurzfilmkompilation von homosexuellen Berliner Filmemacherinnen und Filmemachern. In 14 nur wenige Minuten umfassenden Clips wurden sie gebeten, ihre Vorstellungen und Ideen vom jeweils anderen homosexuellen Geschlecht zu visualisieren.

Das Problem ist nur: Wenn man als RegisseurIn nur fest eingebrannte Klischeevorstellungen über „Schwule" oder „Lesben" im Kopf hat, kommen am Ende nur klischeelastige Filme dabei heraus. Und wenn die Qualität der einzelnen Filme so teilweise arg fragwürdig und durchwachsen ist wie hier, taugt auch nicht die Subjektivität des/der Regisseurs/Regisseurin als Ausrede. Vorurteile, mäßige Ideen für die Umsetzung und Pseudo-Anspruch kumulieren zu einer zähen Masse, die selbst aufgeschlossene und für innovative Filmexperimente offene Zuschauer verärgert. Aber stellen wir die einzelnen Filme, die durch Oberkörper-Collagen von Ebo Hill und fragwürdige pseudo-philosophische Erkenntnisse wie Was wir denken ist nicht identisch mit dem, was ist und dümmliche Fragen wie Darf ich als Vegetarier Sperma schlucken? als Texteinblendungen miteinander verbunden sind, doch einmal in einer Kurzkritik vor.

(Ungeduldige Menschen und jene, die der einen oder anderen polemisch-ironischen bis umgangssprachlichen Spitze nichts abgewinnen können, sollten bis zum „Fazit der Fazite"
hinunterscrollen.)

Da hätten wir gleich zu Beginn Geile Sau, in welchem zwei Lesben im Bett liegen und darüber fantasieren, wie sie denn aussehen und wie sie es denn treiben würden, wenn sie Schwule wären. Es folgt - mittlerweile aus dem Off - folgender Dialog zwischen den Frauen: „Dann musst du aber Sachen sagen." - „Was denn so?" - „Na mit Tieren und über dein dickes Rohr und so." - „Triebsau!". Autsch, was für eine Blödsinn. Nun ja, jedenfalls treiben es dann die beschrieben Männer, Schnitt und man sieht die beiden Lesben vom Anfang wieder im Bett liegen - jetzt aber rauchend und oben ohne, weil sie gerade miteinander rumgemacht haben, was man sich noch durch ein lauteres Atmen erschließen kann.
Länge: 5 Minuten, 11 Sekunden
Fazit: 311 Sekunden langer, mit Stereotypen operierender Hohle-Phrasen-und-Vulgärgelaber-Müll - aber Hässliche-Titten-und-Pseudotrash-Bonus. Also gerade noch 2/10.

Kurze, pseudo-künstlerische, aber eigentlich nur befremdliche Überleitung von Ebo Hill, nächster Film: Der andere Planet. Diese Kurz-Dokumentation geht der Frage nach, wie sich homosexuelle Männer Sex zwischen Frauen vorstellen. Gleich zu Beginn so ein durchtrainierter, intoleranter Typ mit Zopf, der folgenden Monolog von sich gibt: „Lesbischer Sex? (er feiert sich weg) Ha... Oh mein Gott!" - dann kommen ein paar weitere Schwule zu Wort, bevor selbiger Kunde wieder auftaucht. „Mir diesen Sex vorzustellen... ich finds (er stottert) ich finds einfach widerlich und ich wills mir nicht vorstellen müssen..." sagt er und lacht wieder. Wie war das gleich noch mal mit der aufgeklärten und toleranten, für einen alternativen Lebensstil offenen Gesellschaft? Naja, schon irgendwie interessant, welche vagen Dinge die homosexuellen Männer so von sich geben; zwischengeschnitten sind immer wieder lesbische Paare, die auf deren Ergüsse mit ihrer Mimik reagieren. Es fallen auch Sätze wie „Da fehlt was.", womit wiederholt auf die Abwesenheit eines Phallus und der daraus resultierenden Unmöglichkeit von „echtem Sex" und „Spaß" hingewiesen wird. Schon krass, wie viel spekulative Unwissenheit und Ignoranz da preisgegeben werden. Aber immerhin: Der andere Planet ist durch echte Meinungen von homosexuellen Männern zu lesbischen Sex authentisch und auch die Unterschiede zu schwulen Sex werden angesprochen, aber eben auch unkommentiert stehen gelassen, was die Botschaft des Films abseits von dem Aufzeigen der Vorurteile, die immer noch bestehen infrage stellt. Und somit bringt der letzte Befragte die Beliebigkeit des Films auf den Punkt: „Ich persönlich finds im Grunde uninteressant, was Schwule über Lesbensex denken und ich finds auch nicht interessant, was Lesben über Schwulensex denken... ".
Fazit: Nette Idee und authentisch, aber am Ende kaum Erkenntnisgewinn, was bei einem dokumentarischen Film normalerweise die Verfehlung des Klassenziels bedeutet. 5/10

Bisher ist die Sichtung dieser Kurzfilmkompilation also eher enttäuschend. Schauen wir mal, was als Nächstes für ein Film ansteht. Ah ja, Mit Herz. Hört sich ja schon mal interessant an. Wow, was ist das? Zu entspannender Musik huscht eine Kamera in Groß- und Detailaufnahmen über die entblößten Körper zweier Lesben, die es recht erotisch und zeigefreudig miteinander treiben. Mein Interesse ist geweckt, auch wenn wiederum das Klischeebild von kurzhaarigen Frauen mit Gel in den blondierten Haaren, etlichen Tattoos und Tätowierungen an den intimsten Stellen bedient wird. Doch plötzlich: Was ist das? Die Bewegungen werden immer heftiger, bis Unbekannte Nummer 1 der Unbekannten Nummer 2 ihr Herz herausreißt und darauf herumkaut bis das Blut nur so spritzt. Die beiden treiben es noch wilder und Frau 1 beginnt sich schließlich mit dem Organ zu penetrieren. Die Moral von der Geschicht? Verschenk dein blutend Herz nicht... Oder wie? Na egal, mal wieder ziemlich fragwürdig - aber irgendwie erregend.
Fazit: Irgendwie irritiert aber fasziniert dieser originelle Beitrag gleichsam durch seine explizite Mischung aus Erotik und Splatter, vermag aber durch seine provokative Verquickung der Motive von Lust und Schmerz gerade noch als Kunst und nicht als Trash durchzugehen. 5/10

Gleich weiter zu Film Nummer 4: Pracht. Zwei homosexuelle Männer sitzen in der U-Bahn und der eine fantasiert, wie er mit dem anderen ganz romantisch in der Natur mit blühenden Blumen und bei Vogelgezwitscher in der Nähe eines Sees Sex hat. Die ganze Szenerie ist festgehalten mit einer nervösen Digitalkamera. So stellt sich also die lesbische Filmemacherin Nathalie Percillier schwulen Sex vor. Toll. Was bringt uns dieses billig heruntergekurbelte Filmchen abseits der Erkenntnis, zu wissen, wie sie sich das denkt? Nichts. Und das ist irgendwie doof, auch weil eine Pointe fehlt.
Fazit: Die Tortilla-Röllchen der Geschmacksrichtung Crispy Cheese, die ich gerade in mich hineinstopfe, haben mehr Nährwert als dieser Kurzfilm und die Tatsache, dass sie bei NORMA nur 50 anstatt 99 Cent gekostet haben, ist interessanter und informativer als dieser langweilige 3/10-Beitrag.

Es folgt (nachdem ich selbiges Knabberzeug mit einem kalorienarmen Erfrischungsgetränk heruntergespült hatte) Who is afraid of?, ein Film des Regisseurinnenduos Annette Hollywood und Anna Gollwitzer, die auch in ihrem Film als Schwulenporno-Regisseure mit sichtbar angeklebten Bärten (!!!) mitwirkten. Es geht um einen Schwulenporno, der gedreht wird und die beiden geben Regieanweisungen. Allerdings wurde mit der idiotischen Idee gearbeitet, im Hintergrund selbigen schon existenten Hardcore-Streifen laufen zu lassen und im Vordergrund die Beiden mit ihren Regieanweisungen und Herumgefummle aneinander hineinzukopieren. Die dilettantische Tricktechnik wird nur noch übertroffen von der noch dilettantischeren, regelrecht billigen Umsetzung des Ganzen.
Fazit: Trotz des coolen Hard Traget-Posters im Hintergrund an der Wand nur 1/10.

Beitrag Nummer 6: Blue Box Blues um „die Inszenierung einer Fotografie", wie es in einer Texteinblendung heißt. Ein Fotografenteam fotografiert eine in zerrissenen Strumpfhosen von ihrer sie umarmenden, kahl rasierten Freundin in Lack-Klamotten zum Weinen gebrachte Frau immer und immer wieder. Mehr passiert nicht, beide sehen etwas abgefuckt aus. Mit sehr viel Wohlwollen kann man das noch als avantgardistisch bezeichnen oder - und das ist naheliegender - schlicht als prätentiösen Mist ohne Aussage ansehen.
Fazit: Pseudo-Kunst in Reinkultur, die wiederum nur Lesben-Klischees um einen männlichen und einen weiblichen Part zum Gegenstand hat - 3/10.

Apropos Pseudo-Kunst und Kunst: Es folgt ein filmischer Beitrag mit durchgehendem Schwarzbild (!) namens Melancholy Rose. Aus dem Off schildert ein Erzähler seine ersten Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht, welche er 15-jährig bei einem Besuch der „Klappe", einer öffentlichen Toilette die als Schwulentreff diente, machte. Dieser Beitrag krankt wiederum an den idealisierten Vorstellungen, die sich eine Frau von den ersten homosexuellen Erfahrungen eines Mannes macht, was die Erzählung konstruiert wirken lässt. Aber man hört gern zu und dieses Experiment des „Hörfilms" ist immerhin mutig und gewagt, auch wenn man sich darauf einlassen muss.
Fazit: 6/10 und damit - so viel sei vorweggenommen - der beste Beitrag zur schwul-lesbischen Kurzfilmkompilation Fucking Different.

Halbzeit! Juchu! Seitenwechsel... Nee, das war woanders... Erstmal Pause machen...

So, wieder da. Weiter geht's.

Es folgt mit Martina ein - mal wieder - dümmlicher Kurzfilm um eine lesbische (und natürlich mal wieder kahl geschorene) Frau, die beim Tennisspielen einen Orgasmus bekommt und dies deswegen bevorzugt in ihrer Wohnung tut. Dieses hanebüchene Geständnis legt sie bei ihrer Nachbarin ab, als diese bei ihr klingelt und fragt, warum denn bei ihr immer so ein Krach sei. Dass sich die beiden affektiert wirkenden Darstellerinnen in dieser Szene kaum das Lachen verkneifen können, spricht für sich. Und dass besagte Tennis-Stöhn-Fetischistin dann auch noch Orgasmen bekommt, als ihr von ihrer adretten Nachbarin im Kostüm mit einem Tennisschläger der Popo versohlt wird, spricht dafür, dass - sorry, dass ich jetzt auch ins Vourteilhafte abdrifte - ein schwuler Regisseur (Tatsache) mit ganz eigenwilligen Vorlieben (Mutmaßung) diesen Film inszenierte.
Fazit: Unfreiwillig komische und idiotische Schwulen-Fantasie von Lesbensex mit mäßigen Darstellern, massig Klischees und dazu noch billig inszeniert. Weil ich mindestens einmal herzhaft über so viel Schwachsinn lachen musste, gibt's dafür noch 2/10.

Film 9: Calling An Ocean.
In einer Plattenbausiedlung geht eine Asiatin in die Bibliothek, sieht zwei herumalbernde Jungs, schlägt ein Buch auf und fantasiert darum, wie die beiden zusammen den Abend verbringen, in einem Pool baden und sich schließlich näherkommen. Nette Untermalung mit Pop-Musik sowie eine nette Kamerafahrt gleich zu Beginn - aber das war's dann auch schon. Botschaft: keine Ahnung, Pointe: mal wieder nicht vorhanden. Und deswegen - auch weil der Film sonst keine extremen Schwachpunkte aufweist - 4/10.

Was assoziiert man mit Männern generell? Dass sie auf Motoren stehen. Und darum geht es in Motorcycle in Love: Zwei homosexuelle Männer haben sich ein Moped gebaut aus Obst und Gemüse (!), und fahren dann, nachdem einer unvermeidlich an einer Karotte gelutscht hat (!!) zu einem netten Rocksong in abgehakten Bilderfolgen (nicht Film!!!) durch die nächtliche Stadt, wobei der hinten Sitzende den vorne Sitzenden natürlich dauernd an den Popo geht. Tattoo, buntes Hemd bzw. Unterhemd als auffälligste Erscheinungsmerkmale sowie bereits angesprochene Gegebenheiten sprechen wiederum von einem tiefen Griff in die Klischeekiste. Auch wenn die Idee zunächst originell anmutet, wird sie nicht weiter vertieft und einmal mehr - ich bin es fast leid zu betonen - fehlt die Pointe, was doch abseits der netten Mucke und der schönen Bilder leider zu sehr ins Gewicht fällt.
Fazit: Laut und nett anzuschauen, aber innen leer - 4/10.

Es schließt sich mit Schwule Elfen der wohl unfassbarste und absurdeste Beitrag zu dieser Kompilation überhaupt an. Diese Kurz-Dokumentation geht der Frage nach, ob es in Island homosexuelle Elfen (!) gibt. Vielleicht hätte man erst einmal klären sollen, ob es abseits von Märchen überhaupt solche possierlichen Dinger existieren. Nun ja, jedenfalls will uns Wolfgang Müller, Elfenforscher und Islandexperte - wie immer wieder penetrant eingeblendet wird - weis machen, dass es auch homosexuelle Elfen gibt, die androgyn aussehen würden und mit denen man auch Sex haben kann (!) und auch der Direktor der Elfenschule in Island (!), Magnús Skarphédinsson, kommt zu Wort. Dann wird noch kurz das Säugetierpenismuseum in Reykjavik angesprochen, wo ein angeblicher Elfenpenis konserviert wurde. Die logischste Aussage wird indes bei einem Dia-Vortrag Müllers getroffen, als er folgert: „Manche Leute sagen, es gäbe keine Elfen. Aber dass es Transvestiten auf Island gibt, hat ja auch lange Zeit niemand für möglich gehalten.". Ich hab mich gefragt, wann Tom Cruise noch auftritt und bei diesem Esoterik-Schmarrn noch Werbung für Scientology macht. Spätestens als so ein hagerer, gänzlich rosa und schwarz gekleideter Isländer mit seltsamer Kopfbedeckung namens Hrafnkell sagt, dass er eine Elfe sei, musste ich losprusten. Dazu noch depperte Musikuntermalung, die alles im Film Gesagte als Gesang nochmals aufzugreifen scheint. Selten fühlte ich mich als Zuschauer für noch dümmer verkauft. Aber immerhin war's ja irgendwo lustig. Haha. Ich lach morgen wieder.
Fazit: Pseudo-Doku mit schönen Naturaufnahmen, hohem Verarsche-Potenzial und viel Esoterik-Sex-Krams, der/die nervt/nerven - 3/10.

Dass es jedoch noch schlechter geht, beweist Die Fahrradbotin, der - gottseidank -mittlerweile 12. Film. GEMA-freie Billig-Keyboardmucke durchzieht diesen mies gespielten Film, in dem - wird aber auch mal Zeit - Männer in Frauenklamotten und umgekehrt vorkommen. Betont tuntig treten dann die Herren der Schöpfung mit billigen Perücken, Rock, Strumpfhosen und Lippenstift auf und das Highlight in dieser Transvestiten-Klischeebreitseite ist, wie eine arrogante Büro-Kerl-Tussi einer verunglückten Fahrradbotin völlig ungelenk die Brüste knetet.
Optik: homevideolike
Handlung: dümmer geht's nimmer
Schauspieler: grausam chargierend, peinlicher geht's nicht
Fazit: Schrecklich - 1/10 (trotz Tittenbonus).

Sternenstaub verloren...
widmet sich nun der Frage, wie denn die Abendgestaltung von lesbischen Frauen aussieht. Glücklicherweise ohne das stets faszinierende Thema „Sex" wieder in den Vordergrund zu stellen. Eine Frau telefoniert herum, wer denn Zeit hat und u. a. die Klischees der frisch Gepiercten und der Esoterik-Tussi sagen ab. Von einem melancholischen, dem Titel gleichen Song getragen, begibt sie sich allein auf eine Party und lernt eine Frau kennen, mit der sie nach Hause geht und dann in einer verkitscht-romantischen Vorstellung als Astronautin (!) in die Sterne entschwebt, wobei schließlich Meeresrauschen einsetzt. Ja, diese Idee ist so verträumt, dass sie zuweilen (auch was ihre eher preisgünstige Inszenierung angeht) unfreiwillig komisch wirkt. Aber der erwähnte Song ist toll und auch wenn der Name der Hauptdarstellerin Kitty Kitsch hier Programm ist, mal wieder ein durchaus ganz passabler Beitrag. 5/10

Puh, fast geschafft. Die Ponchos sind schon seit über einer Stunde alle, das Bier getrunken und schon 5 Mal weggerülpst. Gleich geht's ins Bettchen. Und was läuft mir da noch über den Weg: Der Hammer, die späte deutsche Antwort auf The Rocky Horror Picture Show ohne Schloss, ohne Tim Curry, ohne hochhackige Schuhe und ohne Transvestiten, aber mit Horror und Gesang (mein Gedanke: Was hätte nur aus einer Kombination von dem vorherigen Film Die Fahrradbotin und Der Hammer werden können...). Eine androgyne Bauarbeiterin wird von einer noch mehr nach Kerl aussehenden Frau auf ein Bier hereingebeten und beide beginnen zu beschwingter Musik zu singen und sich im Bett zu vergnügen. Meine Lieblingszeilen (in undefinierbar ausländischem Akzent):
Ich streich' über deine Nippel...
Und ich geb den beiden Tittel...
Den einen nenn' isch ,wilde Rose'...
Und den anderen ,Mimose'...
Und fass' ich disch an deine Dose...
Spür ich Liebe und zwar große."
Diese ganze Pseudo-Musicalnummer nimmt sich zu keiner Zeit wirklich ernst, die Darstellerinnen parodieren gar das Genre an sich, als sie im Verharren der 69er-Stellung nicht mehr singen können und machen eine betont künstliche Mine zum trashigen, aber lustigen Spiel. Warum nun Horror? Weil ich selten Frauen mit soviel Körper- und vor allem: Schambehaarung gesehen habe, wo die Ersetzung der umgangssprachlich-liebevollen Umschreibung „Busch" durch „Waldstück" nur allzu angebracht ist. Aber sei es drum: Witzig ist es allemal und irgendwie dann doch schon zumindest in Ansätzen erotisch (eben weil die Darstellerinen nackt sind).
Fazit: Witzige Selbstparodie, die sich zum Trash bekennt und genau daraus ihren durchaus vorhandenen Charme abseits ihrer Gehaltlosigkeit bezieht. Nicht gut, aber eine witzige Idee - 5/10.

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Das Fazit der Fazite:

Man muss Fucking Different entgegen der Auffassung von „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" rein mathematisch bewerten, indem man einfach alles zusammenzählt. So ergibt sich 49:14 = 3,5 und dank der Euphemisierungen bei einigen gerundeten Bewertungen die Tendenz zur schlechteren Note. Diese niedrige Gesamtpunktzahl spiegelt in etwa jenen Eindruck wieder, welchen den enttäuschten Zuschauer nach der Sichtung aller Kurzfilme dieser Kompilation zum Thema „Urbane Homosexualität" und „Queer Crossover", d.h., was Schwule über lesbische Sexualität denken und umgekehrt, zwangsläufig überkommt: Zwischen Kunst und Trash, prätentiösem Gehalt und unbeabsichtigtem Augenzwinkern schwankend kann dieses qualitativ unausgewogene Projekt nicht überzeugen. Die Kompilation reproduziert in jeder ihrer Teile nur jene Klischees, Stereotype und Vorurteile, die auch Heterosexuelle über Schwule und Lesben bzw. deren Sexualität haben und es gelingt ihr nicht, zum Fortgang eines weiter andauernden, öffentlich geführten Sex- & Gender-Diskurses beizutragen. In ihrem Unverständnis und ihrem Unwissen anderen Sexualitäten als der eigenen gegenüber scheinen alle sexuellen Orientierungen, hetero- oder homosexuell, lesbisch oder schwul, gleich.

Eine Handvoll schwule und eine Handvoll lesbische FilmemacherInnen äußern sich in ihren nie wirklich dramaturgisch oder inhaltlich überzeugenden Filmen mit ihrer Meinung bezüglich des vorgegebenen Themas, ohne irgendwelche Erkenntnisgewinne verbuchen zu können abseits jener, dass immer noch Klischees bestehen und diese abgebaut werden müssen. Diese von mir hereininterpretierte Intention bleibt jedoch unerwähnt und stets unkommentiert, was zwar der Identifikation mit dem Normalzuschauer, der sich sein eigenes Bild machen soll, förderlich ist, aber nicht von Größe zeugt, eine eigene, eventuell auch polarisierende Meinung preiszugeben und sich angreifbar zu machen und/oder damit aufzurütteln. Vielleicht wären auch einfach strengere Regeln oder Kriterien bei der beliebig erscheinenden Auswahl der Filme hilfreich gewesen. Und so steht am Ende leider einmal mehr das oft genannte „Faust"-Zitat:
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor."
(3/10)

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