Der wohl mit deutlichste Versuch seitens einer amerikanischen Major Studioproduktion, Fred Williamson auch außerhalb von 'Nischenfilmen' und dies im Zuge des damals grassierenden Black Renaissance Cinema einem breiteren Publikum bekannt zu machen, über den Grenzen der Nigger Charley - Western und der Harlem - Geschichten. Williamson, der schon kurz darauf seine eigenen Geschicke in die Hände nehmen sollte und sich anfangs und auch später vermehrt mit weitgehend normalen Detektiv- oder auch Detectiveplots, in preiswerten Actionkrimis mit ihm in der Hauptrolle inszenieren sollte, wurde neben dem ebensolchen Studiofilm Black Eye (1974) von Jack Arnold das Jahr zuvor mit dem auf der Bonditis-Welle reitenden That Man Bolt als Mann für die Massen und das natürlich auch mit erhöhten Aufwand formuliert. Beide Filme hatten allerdings nicht den erhofften Zuspruch und gehörten neben so mancherlei anderen Vertretern auch der Kollegen, allen voran deren scheiternden Sequels, mit zu dem Entschluss, sich zukünftig in Sachen Profit wieder anderen Produktionen, abseits der sogenannten Blaxploitation zu widmen. (Laut Williamson selber hat der Film genug eingespielt, aber das produzierende Studio der Universal wusste nichts mit einer geplanten Reihe anzufangen und wollte generell mit dem Milieu auch wenig zu tun haben, und hat ihn stattdessen für zwei vertraglich vereinbarte Fortsetzungen lieber ausbezahlt.):
Um einen gefährlichen Kurierdienst von Hong Kong über Los Angeles nach Mexico City für die Geheimdienste zu erledigen, wird Jefferson Bolt [ Fred Williamson ] mit dem Versprechen auf Straferlass von Kontaktmann Griffiths [ Byron Webster ] aus dem Gefängnis geholt und auf die Reise geschickt. Zwischendurch bekommt der sowieso misstrauische, aber nicht auf den Kopf gefallene und mit den Fäusten umgehen könnende Bolt einen Tipp von seinem alten Freund Connie Mellis [ Jack Ging ], dass die ganze Angelegenheit stinkt, und gerät auch zunehmend in Gefahr, was ihn letztlich auf die Fährte des Millionärs Kumada [ Masatoshi Nakamura ] und seiner tödlichen Assistentin Moninique Kuan [ Miko Mayama ] führt.
Liebhaber fernöstlichen Kinos, welches Anfang der Siebziger durch Golden Harvest und Shaw Brothers gerade ins Ausland schwappte und dort neben den Filmpalästen am Bahnhof in aller Herren Länder v.a. auch die profitorientierten Amerikaner anzog, werden bereits in den ersten wenigen Minuten durch glorreiche Panoramaaufnahmen von Macao und HK selber und einigen bekannten architektonischen Markenzeichen in voller Pracht verzückt: u.a. Stone Manor, Sassoon Road, Pok Fu Lam und die Borrett Mansions, mit einem Blick auf das frühere Connaught Centre, heute Jardine House, dem offiziell ersten Wolkenkratzer noch unter Konstruktion. Der Plot ist ähnlich dünn wie dort in den Kung-Fu Werken und/oder auch den Modern Day Geschichten, wird aber auch ähnlich schnell vorgestellt und hat mit nach einer Woche zwangsweise Gefängnis frisch entlassenen Bolt auch gleich den Helden wider Willen und so das richtige personelle Geschick.
Scheinbar war der Ausflug nach Asien selber nur ein kurzer Aufenthalt, ein rein einleitender Moment, der Beginn einer Reise, der den unfreiwilligen, aber sich mit Tricks und Kniffen ebenso auskennenden Transporter hier rasch nach Los Angeles und dort (über eine im Kampf vollständig demolierte Flughafentoilette und drei ausgeschalteten Schergen) schnell in die Heimat und die gewohnten Gefilde führt. Eine Verfolgungsjagd durch die oftmals noch im Bau befindlichen Straßen (und natürlich den Abwasserkanälen) schließt sich an; ein Locationhopping für die Spektakelszenen tatsächlich wie beim Bond, da es darauf schon wieder weiter nach Las Vegas geht. Und dann auch wieder zurück und an den Beginn der Geschicht'.
So richtig scheint man sich seitens der Ausführenden tatsächlich nicht bewusst zu sein, was man mit dem Film will und in welche Richtung man geht; Bond ist es jedenfalls nicht, Bolt ist kein Geheimagent, er ist (überraschenderweise und auch angenehmerweise) wesentlich humaner und empathischer eingestellt, und er hat auch keine Gimmicks (wenn man mal von einer Brille absieht, die man tatsächlich schärfer stellen kann), und das Umfeld ist auch keines von größenwahnsinnigen Welteroberern, sondern ein Halbwelt- oder gar eine Unterweltstory mit Geldfälscherei im großen Stil sowie Casinoschlägern im schlechten Mafiaflair. Zudem sind die beiden engagierten Regisseure sich uneins, wird auch nicht etwa in Co-Regie inszeniert, sondern wurde einer ausgetauscht, da das Ganze wie ein aufgeblasener Fernsehfilm aussah (dabei kann es sich eigentlich nur um David Lowell Rich handelt) und wurde durch den Anderen ersetzt (mutmaßlich Henry Lewin, ein durchaus Kinoerfahrener Mann, der kurz zuvor u.a. die Matt Helm Abenteuer Wenn Killer auf der Lauer liegen, 1967 und Die Mörder stehen Schlange, 1966 sowie den artverwandten Unser Mann in Rio, 1966 gedreht hat.) Und so wirkt das Ganze auch, sich uneins, mal preiswert und mal aufregend, und mal gut und mal schlecht.
Da die Handlung selber auch im Nachhinein betrachtet keinen wirklichen Sinn ergibt und selbst als Ausrede für die Reisen und Anlass zu viel Dialog vollkommen ungenügend ist, scheinen dies auch die Darsteller entsprechend lustlos zu spielen; Initiative und Empathie fehlt den Meisten und die späteren Actionszenen wie ein Feuerwerk in einer entsprechenden Fabrik oder ein Hinterhalt in der eigenen Wohnung – die ausführlich zerstört wird, bis der Böswatz (oder seine Puppe) endlich aus dem Fenster fliegt – sind nicht wirklich aufregend inszeniert. Man hat zwar eine erstaunliche Anzahl an tatsächlichen Experten der unterschiedlichen Kampfkünste an Bord, die Kamera bekommt ihre Bewegungen aber nicht eingefangen und hat die eigentlichen Tritte oder Schläge seltsamerweise außerhalb des Bildes; jeder einheimische Chop Sockey Flick bekommt zumindest diese Aufgabe besser erledigt und das mit einem Bruchteil des Budgets. Nach all diesen eher hanebüchenen Scharmützeln, die qualitativ und quantitativ reichlich ungenügsam sind, löst man im Finale nach einem Kentucky Fried Movie: A Fistful of Yen Einstieg plötzlich ein derart voluminöses flammendes Inferno inklusiver explodierender Strommasten und auseinander gerissener Fabriken aus, dass man das Flächenbombardement wahrscheinlich noch heute bis nach China sieht.