Mit Hana Bi liefert Stoneface Takeshi Kitano als Regisseur und Hauptdarsteller ein kleines Meisterwerk ab, das etwas anders ist als seine sonst eher durch Brutalität ausgezeichneten Filme, oder sein Takeshis Castle Ausflug ins humorige. Hier steht mehr die melodramatische Geschichte eines gescheiterten Polizisten, der vor dem Scherbenhaufen seines bisherigen Lebens (Frau todkrank, Kind gestorben, Partner durch sein Verschulden zum Krüppel geworden) steht und dieses in einem finalen letzten Akt abschließt. Die Gewalt hat aber auch hier ihren Platz, die zwar selten aber dann um so heftiger eingesetzt wird, allerdings nur um die innere Zerissenheit des zentralen Charakters zu unterstreichen. Man kann auch nur hoffen das in Japan die Schauspieler (übrigens durch die Bank Schulnote 1) nicht nach der Anzahl gesprochener Worte bezahlt werden, hier könnte sich sonst niemand den Kaffee in den Drehpausen leisten. Nishis Ehefrau beispielsweise hat insgesamt nur zwei Zeilen Dialog und auch Nishi selbst antwortet lieber mit einem energischen Kopfnicken als mit einer einzigen Silbe, insofern eine Paraderolle für Kitano. Etwas verwirrend sind dagegen die unvermittelt auftretenden Zeitsprünge, aber das nur als kleine Meckerei am Rande.
Hana Bi ist auf alle Fälle ein grandioses Werk, dem das Wort Kunst aus allen Poren tropft. Selbst ich als bekenndender Melodramatik-Hasser, muß das anerkennen. Der Film ist aber auf alle Fälle nix für eine gesellige Partyrunde, wie sagte einst einer der Klitschkos "schwäääre Kost", aber diesen Film sollte man eine Chance geben
8/10