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Takeshi Kitano spielt einen Polizisten, der vor Jahren sein Kind verlor und nun von weiteren Schicksalsschlägen getroffen wird, da seine Frau unheilbar erkrankt und sein Partner angeschossen wird und von nun an lebenslänglich an einen Rollstuhl gefesselt ist. Um mit seiner Frau eine Reise unternehmen zu können und seinen ehemaligen Partner, der von seiner Frau verlassen wurde, finanziell zu unterstützen, lässt er sich mit der Yakuza ein.

"Hana-Bi" genießt den Ruf eines einzigartigen und innovativen filmischen Meisterwerks, durch das Takeshi Kitano zu einem der bekanntesten asiatischen Regisseure avancieren konnte. Und bei "Hana-Bi" handelt es definitiv um ein echtes Unikat, aber nicht um ein Meisterwerk, da es einfach nicht so richtig mitreißen will.

So ist "Hana-Bi" zwar eine extrem depressive, traurige Ausgangsposition rund um den Polizisten, den das Schicksal kaum härter hätte treffen können, die jedoch im weiteren Verlauf auch Grundzüge eines emotionalen Feel-Good-Movies erhält, nicht abzusprechen, aber fesseln will die Geschichte um den aufopferungsvollen Polizisten, der den vom Schicksal ebenso gebeutelten Personen in seinem Umfeld zu helfen und ihnen ihr trauriges Leben ein stückweit zu erleichtern versucht, leider nicht so recht.

Dafür ist das Geschehen zu distanziert umgesetzt. Der Protagonist wirkt mit seinem ausdruckslosen Gesicht und der Sonnenbrille vollkommen teilnahmslos, beinahe apathisch. Diese meditative, ruhige Art, mit der er von Anfang bis Ende auftritt hat dabei leider den Effekt, dass keine richtig emotionale Atmosphäre zustande kommt, keine größeren Sympathien, wenig Verständnis für die Figur aufkommen und ihr Schicksal damit beim besten Willen nicht so recht zu fesseln vermag.

Unterbrochen wird das reservierte Verhalten der Hauptfigur dabei leider nicht durch dramaturgische Spitzen oder emotionale Momente, sondern durch Gewalt- und Wutausbrüche, die wie ein Fremdkörper im ansonsten extrem ruhigen Film, der durch die Rückblenden noch langsamer zu verlaufen scheint, wirken, die Hauptfigur im Endeffekt auch nicht sympathischer zu gestalten vermögen und somit einen faden Beigeschmack erzeugen. Damit hat sich Kitano, der hier als Hauptdarsteller, Regisseur und Autor fungiert, definitiv keinen Gefallen getan.

Darstellerisch leistet Kitano dabei ordentliche Arbeit und stellt seine Figur mit aller nötigen Ruhe dar, wirkt meditativ und in sich gekehrt, aber auch geheimnisvoll, wobei er mit seinem ausdruckslosen Spiel den distanzierten Grundeindruck natürlich noch weiter verstärkt. Auch die übrigen Darstellerleistungen, an denen es nichts zu mäkeln gibt, verdienen durchaus Anerkennung.

Fazit:
"Hana-Bi" ist zwar durchaus innovativ und ein ganz nettes Experiment, aber das bemühte Drama fesselt mit seiner reservierten Hauptfigur und seiner distanzierten Machart nicht und wirkt mit den plötzlichen Gewalteskalationen nur noch befremdlicher.

54%

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