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Wenn ein Erfolgs- und Skandalregisseur wie Takashi Miike mal einen massenkompatiblen Film wie „The Call“ abliefert, dann stehen die Fortsetzungsepigonen schon in den Startlöchern, insofern ist es also nicht verwunderlich, daß von dem Horrorthriller mit Mädchengeist und Handyfluch ein Sequel her mußte.

Wenn es den Fans um einen gewissen Grad an Kontinuität geht, dann kann man „The Call 2“ auch durchaus als recht gelungen bezeichnen, denn er schließt, wenn auch mit einem Zeitsprung von gut einem Jahr, relativ dicht an dem ersten Film an, dessen Fluch ja zwar aufgeklärt, aber nicht aufgelöst wurde – und wer gut zugeschaut hat, blieb auch in gewisser Verwirrung über das Ende zurück.

Hier gehen die fluchbeladenen Klingeltöne also in eine neue Runde, wobei der Fluch allerdings scheinbar eine Art Evolution mitgemacht hat, denn statt der roten Bonbons findet man nun bei den Opfern Kohlestaub in den Lungen. Aber sonst ist alles beim alten, außer daß die Konstellationen den Figuren ein wenig mehr Platz zur Entfaltung lassen, sei es nun bei dem fluchbedrängten Liebespärchen oder der ermittelnden Journalistin, die an einem Jugendtrauma rund um ihre ermordete Zwillingsschwester leidet, was gewisse Parallelen zu dem Fluch offenbart.

Generell ist „The Call 2“ wieder solide Handwerksware, aber wenn das Original in leichter Verwirrung strandete, muß der Zuschauer gleich zwei Flüche händeln, die miteinander in Verbindung stehen, wobei einer seine Wurzeln in der Vergangenheit hat. Leider sind die Untersuchungen dahingehend nicht unbedingt neu, was eigentlich recht deutlich heißt, daß man hier erneut ganz stark von Vorbildern wie „Ringu“ abgekupfert hat, die Exkursion in die verlassene Minenstadt, in der die Bewohner einem kleinen, eben sehr seltsamen Mädchen Schreckliches angetan haben und dafür büßen mußten, ist sogar 1A-Sadako-Terrain, daß leicht übertapeziert wurde.

Das letzte Drittel geht dann in punkto Verwirrung noch einen Schritt weiter als der Vorgänger, setzt seine Spannungsakzente und Fluchweiterreichungen zwar geschickt und in großer Zahl, endet aber mit einem noch größeren Fragezeichen als der letzte Film und kann ebenfalls nicht als besonders schlüssige Auflösung empfohlen werden, bietet aber in seiner Bizarrheit immerhin einige unangenehme Überraschungen für Figuren wie Zuschauer.

So bleibt der Schuster bei seinem Leisten, doch alles in allem wirkt „The Call 2“ einfach zu sehr entliehen und zu wenig überraschend, als mehr als typische J-Horror-Standards abzuliefern, die zwar recht ordentlich zurecht gemacht und auch ausreichend horribel, sich aber nicht mehr zu einem geschlossenen Ganzen aufsummieren. Besser als die meisten US-Fortsetzungen, die aus der leeren Luft etwas Neues zusammenstammeln, was meistens nicht zum Vorgänger paßt, ist er aber allemal. (5/10)

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