Die Grundidee des Filmes ist wirklich interessant. Nach einer jahrelangen Jagd hat Sean Archer (John Travolta) endlich den Terroristen Castor Troy (Nicholas Cage) zur Strecke gebracht. Bei einem Anschlag auf ihn hat dieser Sean's Sohn getötet, womit das Ganze eine persönliche Angelegenheit wurde. Doch damit ist es noch nicht vorbei, denn der Bösewicht hat in L.A. eine Bombe versteckt, die in ein paar Tagen hochgehen wird. Da Troy im Koma liegt und sein Bruder Pollux der Einzige ist, der die genaue Lage der Bombe kennt, lässt sich Sean auf einen riskanten Plan ein. Durch einen chirurgischen Eingriff tauschen er und Castor das Gesicht; Sean (jetzt Nicholas Cage) lässt sich ins Gefängnis schleusen um an Pollux ranzukommen. Dummerweise wacht auch Castor (jetzt John Travolta) aus dem Koma auf und verschafft sich Seans Gesicht.
Ohne das Wissen seiner Umwelt schleicht so nun Castor in Seans Leben, bis hinein in die intimsten Bereiche. Dabei ist seine Familie anfangs doch recht angetan vom "neuen" Sean. Währenddessen verottet der Wahre in einem geheimen Hochsicherheitsgefängnis, in dem er die Behandlungsmethoden der zivilisierten Welt geniessen darf. Und da alle Leute (ausgenommen die beiden Hauptpersonsn), die von dem Tausch wussten tot sind, ist nun der Zuschauer als Einziger übrig. So sind die Szenen in der sich Castor als Sean zu Hause aufhält schon in gewisser Weise spannend. Ein Fremder (hier sogar noch ein Todfeind) bewegt sich frei in der eigenen Privatsphäre. Ohne, dass man was tun kann. Diesen Aspekt zelebriert John Woo ausgiebigst. Teilweise auch schon zu ausführlich. Überhaupt hätte der Film eine Kürzung vertragen können, denn sein Hauptproblem liegt in der Länge.
So interessant die Geschichte auch ist, so lang wird sie auch ausgeschlachtet. Immerhin handelt es sich um einen Actionfilm. Die Actionsequencen sind zwar nicht sehr zahlreich, dafür aber ausführlich. Schon der Anfang zeigt: Wenn, dann richtig. Das Gros machen dabei Shoot-Outs aus. Diese sind allesamt gut choreographiert und geschnitten. Boote, Autos und ein Flugzeug hat man u.a. auch noch im Reportoire. Dazwischen wird immer schön die Story weiter erzählt, was sich auch mal dahinschleppt.
Der Film ist voll auf die beiden Hauptcharaktere zugeschnitten. John Travolta und Nicholas Cage dürfen ja beide mal den Irren und den Netten geben. Und bei beidem ist Nicholas Cage der Gewinner. Travolta kann einfach nicht so wahnsinnig gucken und hat als good guy so ein schmieriges Grinsen. Auch wirkte das "stiiiiirb!" am Ende irgendwie unfreiwillig komisch. Trotzdem tragen beide den Film gut. Am Ende wird dann nochmal ordentlich an der Happy End Schraube gedreht, wenn Sean Castor's Bub noch bei sich aufnimmt und wohl damit seinen Verlust kompensieren will. Da hat man zu dick aufgetragen.
Die üblichen John Woo Trademarks gibt's auch wieder zu bewundern. Auch wieder die weissen Tauben, die Zeitlupen und das ganze auf stylisch getrimmte drumherum. Für die Einen ist das die Essenz seiner Filme, für die Anderen eine stetige Wiederholung einer netten Idee.
Fazit:
De Action ist prima, die Idee auch. Cage und Travolte sind gute Gegenspieler und gewinnen für die Inszenierung noch einen Unterhaltungsbonus. Die gut gemachten Shoot-Outs trösten aber auch nicht darüber hinweg, dass sich der Film öfters in die Länge zieht.