John Woos Talent, Actionszenen wie Ballettaufführungen zu gestalten, darf er auch in der Actionoper "Face/Off" zum Besten geben. In dieser schickt er Terrorist Castor Troy (Nicolas Cage) und FBI-Agent Sean Archer (John Travolta) auf die Jagd nach ihren Identitäten, denn um einen Terroranschlag zu verhindern, lässt sich Travolta das Gesicht von Cage draufpappen. Nur dumm, dass Cages' Charakter aus dem Koma erwacht und sich als John Travolta ausgibt. Hört sich kompliziert an - ist es aber nicht!
In der zwar simplen, aber dennoch überraschend-durchdachten Idee, steckt narürlich genau das, was man von Woo erwartet: Optisch-reizvolle Knalleraction und genau die bekommt man auch. War "Broken: Arrow" nach "Hard Targets" erst der Anfang in Hollywood richtig Fuss zu fassen schickt er diesmal wieder Travolta in den Kugelhagel. Der liefert auch eine deutlich bessere Performance ab, als in "Broken: Arrow", da dort sein Bösewichtgetue nur aufgesezt gewirkt hat - genau das ist aber hier verlangt. Als Bulle muss er plötzlich einen Terroristen verkörpern und zeigt sogar Ansätze von Selbstironie: Als er sich selbst gegenüber steht, macht sich Travolta über sein "lächerliches Kinn" lustig. Der Showdown ist in typischer Woo-Manier gedreht: Religiöse Zeichen wie umherfliegende Tauben und Patronenhülsen, die in Zeitlupe fallen, lassen das Actionherz höher schlagen.
Fazit:
John Woos dritte Regiearbeit in Amerika hat endlich Ecken und Kanten. Es scheint, als hätte er sich 1997 an Hollywood gewöhnt. Die Story ist interessant und frisch, ohne wirklich tiefsinnig zu werden. Actionmäßig wie immer laut, hart und hübsch inszeniert, zeigt Woo, was seine Markenzeichen sind. Wer Travolta und Cage mag, wird diesen Film lieben.