Es ist jetzt schon eine Weile her, seit der Verbrecher Castor Troy (Nicolas Cage) den Sohn von Sean Archer (John Travolta) erschoss. Seitdem ist Sean wie besessen nach der Jagd nach Castor. Nach einer wilden Verfolgungsjagd kann er ihn auch stellen. Castor liegt ihm Koma und scheint entgültig besiegt. Doch zusammen mit seinem Bruder Pollux (Alessandro Nivola) hat er eine riesige Bombe irgendwo in der Stadt versteckt. Nur Pollux weiss, wo Diese ist und so lässt sich Sean auf eine wahnsinnige Aktion ein. Durch Chirugie bekommt er das Gesicht von Castor, um sich so an Pollux im Gefängnis heranzumachen. Es läuft alles prima, bis Castor aus dem Koma erwacht und sich im Gegenzug in Archer verwandelt. Zwischen den Beiden entbrennt ein tödliches Duell, wobei Jeder des Anderen Freunde ausnutzt. Bald kommt es zum Showdown den nur Einer überleben kann.
Regisseur John Woo (Hard Boiled, The Killer, Operation: Broken Arrow) war eine Ikone des Hongkongkinos und machte sich auch schnell in Hollywood einen Namen. Mit "Face Off" gelang ihm neben "Harte Ziele" sein bester US-Actionfilm Nach diesem Höhepunkt ging es leider kontinuirlich bergab. Schon "M:i-2" war nicht der Renner und "Windtalkers" war nicht ganz mein Fall. Mit "Paycheck" und einem schwachen Affleck enttäuschte er die Actiongemeinde und seitdem war nicht mehr viel von ihm zu hören.
Hier verfilmt er die haarsträubende, sowie spannende Idee von Mike Werb (Tomb Raider) und Michael Colleary (Death Wish V, Darkman III). Ausgestattet mit 80 Millionen Dollar und zwei brillanten Hauptdarstellern wurde "Face Off" in jeder Hinsicht ein Kracher. Gerade weil solch eine Idee noch nie verfilmt wurde, gestaltet dies die Story noch interessanter, gar innovativ. Dabei muss man aber auch immer im Hinterkopf behalten, dass die Tatsache mit dem "Gesicht aufsetzen" eigentlich völliger Humbug ist und nicht funktionieren kann. Aber trotzdem bietet es eine perfekte Grundlage für diesen Actionthriller. Und gerade der völlige Charaktertausch macht dabei Einiges her. Castor ist dabei FBI Chef zu werden und schafft es sogar Archers Familienleben ein wenig ins Lot zu bringen. Im Gegenzug muss Archer aus dem Knast ausbrechen und sich mit Castors Gang einlassen. Eigentlich bringt Jeder das Privatleben des Anderen ein wenig in Ordnung. Dort lässt Woo seinen Darstellern viel Freiraum für Emotionen, Dramatik und auch Humor.
Darunter leidet ein wenig die Action, es wird zwar nie langweilig, dennoch hätte dem 133 minütigen Werk ein wenig mehr Action bestimmt nicht geschadet. Dennoch lässt es Woo ordentlich krachen. Berstende Shootouts mit massig Zeitlupen, einigen blutigen Einschüssen, spektakulären Moves und vielen Sachschäden. Große Explosionen, eine Verfolgungsjagd per Motorboot und ein paar Faustkämpfe kompletieren die Actionpalette. All diese Szenen sind sichtlich anlehnend an Woos frühere Hongkongfilme inszeniert. Auch sein Markenzeichen, die weissen Tauben, kommen zum Einsatz.
Aber das Ganze wäre nicht so viel wert, wenn Nicolas Cage und John Travolta nicht wären. Da Travolta besser den schurkischen Part verkörpert, darf er die Rolle des Castor Troy länger ausfüllen. Nicolas Cage ist als Troy zwar auch herrlich fies, doch ihm stehen einfach emotionalere Parts wesentlich besser. Auf jeden Fall ist es ein Duell der Giganten. Doch auch die restlichen Darsteller absolvieren einen tollen Job. Wie Joan Allen als Eve Archer, Gina Gershon als Sasha oder Alessandro Nivola als Pollux. Aber das Duo Cage / Travolta spielen Alle mit links an die Wand.
Ein echter Woo. Eine gute Story, zwei brillante Hauptdarsteller, krachige Action, gewürzt mit einer Portion Dramatik aber auch Humor. Es stimmt fast alles, an diesem Actionthriller, nebst dem genialen Score von John Powell. "Face Off" ist nicht nur für die Actiongemeinde ein must see.