Basierend auf seiner schnell eingestampften TV-Serie „Firefly“ macht sich „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon daran mit „Serenity“ einen etwas anderen Sci-Fi-Film zu präsentieren.
Schon die Abenteuertruppe um den Captain Mal (Nathan Fillion) ist eher dem Piratenfilm oder dem Western verpflichtet: Outlaws, die sowohl legale als auch illegale Jobs durchziehen. Neben Mal gehören noch der Waffenfreak Jayne (Adam Baldwin), die Mechanikerin Kaylee (Jewel Staite) sowie das Pilotenduo Zoe (Gina Torres) und Wash (Alan Tudyk), das auch ein privates Paar bildet, zur Truppe. Zudem handelt es sich bei dem chaotischen Haufen um Ex-Soldaten, was dann erklärt, warum sie trotz des totalen Mangels an Organisation so gut kämpfen können.
Zudem haben sie noch den Arzt Simon (Sean Maher) und dessen kleine Schwester River (Summer Glau) an Bord, die auf der Flucht vor Regierungstruppen sind. River ist nämlich ein Medium mit übernatürlichen Kräften, welche die Regierung gerne ausnützen würde Als sich Rivers Fähigkeiten offenbaren, versucht Mal Kapital daraus zu schlagen, aber auch das Geheimnis dahinter zu ergründen…
Von den Motiven her wildert „Serenity“ klar in den Gefilden von „Star Wars“ und „Star Trek“ und die Geschichte ist im Sci-Fi-Genre nicht unbedingt neu. Man flieht vor den Imperiums… äh, Regierungstruppen der Allianz auf der Suche nach dem Geheimnis, das hier zwar nicht die Erlösung, aber doch eine wichtige Information für die gesamte Galaxis birgt. Kennt man alles zur Genüge, Überraschungen finden sich erst gegen Ende, doch Whedon drückt hier so richtig auf die Tube, um die Spielzeit möglichst kurzweilig rum zu bringen und keine Langweile entstehen zu lassen.
Großes Plus sind hier die Oneliner, die eine willkommene Abwechslung zum bierernsten Gehabe Marke „Star Wars“ sind. Wenn Jayne schwerer als Arnie in „Phantom Kommando“ bewaffnet zu einem Banküberfall gehen will, die Crew ihre Beziehungsprobleme diskutiert usw., dann sich Lacher garantiert. Dabei bürsten die Wortgefechte im Screwball-Stil diverse Sci-Fi-Klischees gegen den Strich, wie z.B. folgender Dialog beweist: „Willst du etwa das Kommando übernehmen?“ – „Ja!“ – „Ähhh… das geht aber nicht.“
Zudem sieht die Chose gemessen am niedrigen Budget echt schick aus. Zwar merkt man gerade den Raumszenen an, dass hier nicht die Knete des Lucas-Imperiums am Werke war, doch die CGI-Animationen in Raumschlachten und Allflügen sind doch auf recht hohem Niveau. Zudem beweist das Design von Raumschiffen, Städten, Equipment usw. Stil, zumal auch hier wieder die Einflüsse anderer Genres zum Tragen kommen (Mals Waffe könnte z.B. aus einem Western stammen), was „Serenity“ von der Sci-Fi-Standardware abhebt.
Natürlich geht es das Ganze nicht ohne Kampfhandlungen ab, die für PG-13 sogar ziemlich hart sind. Eine kannibalische Rasse mit Namen Reever fällt über eine Siedlung her, der auf die Serenity angesetzt Häscher benutzt gerne mal sein Schwert usw. Mit den Laserschwertduellen aus den „Star Wars“-Filmen können die Kämpfe hier zwar nicht mithalten, doch mit viel Dynamik inszeniert Joss Whedon das Hauen und Stechen.
Passend zum ironischen Stil des Films spielt auch die weitestgehend unbekannte Besetzung. Am bekanntesten sind sicher Adam Baldwin, der seine Rolle als Animal Mother in „Full Metal Jacket“ ein wenig auf die Schippe nimmt, und ein gewohnt gut aufgelegter Alan Tudyk. In einer witzigen Nebenrolle schaut auch „10 Dinge, die ich an dir hasse“-Sidekick David Krumholtz hier vorbei, doch auch der Rest der Darsteller, allen voran Nathan Fillion als chaotischer Captain, macht einen guten Job.
Bleibt unterm Strich ein kurzweiliger Sci-Fi-Spaß, der vor allem dank der coolen Sprüche zündet. Da verzeiht man auch gerne, dass man derartige Storys schon zigmal gesehen hat.