Whedonsche Ausflüchte
"Serenity" ist formal interessanter als sein Inhalt: einen (relativ) großen Kinofilm zu einer vorzeitig abgesetzten Fernsehserie hat es in der Tat seit "Star Trek - Der Film" (1979) nicht mehr gegeben – schon gar nicht wie im Falle von "Firefly" zu einer Show, die nicht einmal wirklich eine ganze Saison ermöglicht worden ist.
Inhaltlich wird dabei jedoch nur scheinbar innovativ vorgegangen: komplexere Charaktere als in "Star Trek" sah man schon in "Babylon 5", ausgefallenere Trash-Art in "Lexx", eine glaubwürdig nüchterne Dystopie im unmittelbaren Sendeplatz-Vorgänger "Dark Angel" und Gina Torres schließlich in "Cleopatra 2525": das (nach wie vor ausschließlich angloamerikanisch präsente) SF-Fernsehen hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenn schon nicht verdichtet, dann doch zumindest diversifizieren können – trotz Trivialitäten wie "Stargate" und pseudohippen Puppenspielereien (Farscape).
Gegen "Star Trek" muss heutzutage wirklich niemand mehr antreten, und doch: gerade auf der Planetenoberfläche erinnert mich "Serenity" erstaunlicherweise an die letzten beiden "Star Trek"-Kinofilme (Beleuchtung, Ausstattung, Special Effects). Im Weltraum schließlich lässt David Twohy (Riddick) grüßen: "Serenity" ist auch wie "Pitch Black" in erster Linie ein äußerst charmantes B-Movie mit einem Joss-Whedon-Skript, dem invertierten George Lucas, der nach wie vor bessere Dialoge schreiben kann als eigentlich neue Welten erschaffen: schließlich verströmte "Buffy" ihre Magie über all die Jahre auch nur auf einer schnöden US-High-School, einer miefigen Kleinstadt-Disco sowie einem läppischen Friedhof, und avancierte trotzdem immerhin zu einer der besten Fernsehserien aller Zeiten.
Rating 7.5