Review

Dieser Film soll so etwas wie ein Abschluss der bisher unvollständigen SF-Serie „Firefly“ sein. Um es vorweg zu nehmen: Der Film ist wirklich klasse, kann seine gesteckten Ziele aber nicht vollständig erreichen. Der Reihe nach: Die Firefly ist ein Transportschiff, dass gleichzeitig auch das zu Hause der 9 Hauptfiguren darstellt. Diese tuckern durch den Raum, immer hungrig, immer pleite, und selten übermässig motiviert. Dahingehend erinnert die Story ein wenig an die überaus erfolgreiche Animeserie „Cowboy Bebop“. Auch dort hat man das Westerngenre erfolgreich mit SF- Elementen gekreuzt, wobei Serenity/Firefly weniger auf Dramatik setzt, als auf Humor und Action. Gerade für diesen Spielfilm (nicht notwendigerweise für die vorangegangene zugrunde liegenden Serie) ist einiges an Action aufgefahren worden. Dazu kommt noch, dass sich unsere 9 Freunde ständig auf der Flucht vor den Allianztruppen (die hier die Staatsgewalt verkörpern) befinden. Warum, das lest Ihr am Besten im Firefly Review nach. Leider wurde die Serie dank FOX nach etwas mehr als einem Dutzend Episoden wieder abgesetzt. (Es lebe der Kommerz!) Anscheinend wollte Whedon hier noch einige Storylinien schliessen und so den Fans eine all zu sehr nach hinten offene Handlung ersparen.

Schauspieler: Alle Schauspieler scheinen Spaß gehabt zu haben, denn die Performance der Darsteller ist erfreulicherweise lebendig und authentisch. Auch auf die Gefahr hin, mich in Hinblick auf die Serie mit meinen Aussagen zu wiederholen: Es ist eine Freude zu sehen, wie jeder Charakter für sich liebenswürdige Macken und Eigenheiten an den Tag legt und in diese auch in perfekter Weise dargestellt werden. Wirkliche Stereotypen gibt es bei Serenity zum Glück nicht.


Optisch wie soundtechnisch befindet sich der Kinofilm in etwa auf Niveau der Firefly Serie. In Sachen Action und FX wurde eine kleine Schaufel Kohlen im Gegensatz zur Serie draufgelegt, was aber Serenity nicht zum puren Actionreisser deklassiert. Auch hier empfehle ich, die Kritiken zu Firefly zu konsultieren. Da ich mich hier nicht über Details auslassen muss, zeigt, dass „Serenity“ mehr oder weniger den Erwartungen der Firefly Fans entspricht.

Man könnte fast sagen, dass „Serenity“ so Etwas wie eine etwas länger gestaltete Episode von Firefly darstellt. Nun möchte ich den Kreis zu meiner Einleitung schließen, wobei auch ein wenig Kritik dazugehört: Es wirkt so, als hätte Joss Whedon auf Teufel komm raus versucht, offene Storystränge abzuschneiden. Dies gelingt in einigen Fällen allerdings nur in einer unbefriedigenden Weise:

Der Arzt und seine Schwester (das Medium) sind z. B. einer der Hauptbestandteile der Story von Serenity, einen schlüssigen Abschluss wird dem Mythos um die zwei Geschwister aber nicht gegönnt. Mehr noch: Das Medium avanciert zur Kampfmaschine, was einerseits die Unberechenbarkeit des Charakters unterstreicht, aber IMHO etwas zu sehr ausgeschlachtet wird um für zusätzliche Action zu sorgen. Ein weiteres Beispiel: Einige der Protagonisten sterben gegen Ende des Films mehr oder weniger aus heiterem Himmel, was natürlich praktischerweise zwar den Figuren den Deckel aufsetzt, trotzdem aber bisherige Fragen offen lässt. Insgesamt betrachtet bleibt „Serenity“ trotz dem etwas höheren Tempo gegenüber der eigentlichen Serie „Firefly“ zurück. Kein Wunder, denn Action war an sich nie das Steckenpferd der Serie. Hinzukommen einige Logikfehler in Bezug auf den Abschluss der verschiedenen Handlungsstränge. Lieber hätte ich noch einige weitere Jahre auf einen zweiten Serenity Spielfilm gewartet, als die Story hier so abrupt and teilweise erzwungen enden zu lassen. Trotzdem auf jeden Fall für SF-Fans überaus sehenswert, da es sich vom Einheitsbrei deutlich distanziert. Allerdings kann ich nur empfehlen, sich vorher die Serie rein zuziehen. Ohne Kenntnis der vorhergehenden Storywendungen macht der Film nur halb so viel Spaß, da einem viele der Gags nicht halb so witzig erscheinen mögen, wenn man nicht weiss, worauf sie sich beziehen. Fazit: Ich gebe 8 von 10 Punkten. Es ist ein gelungener und spannender Film, erreicht aber nicht ganz das Niveau der Serie selbst.

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