Captain Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) gurkt mit seinem schwer angeschlagenen Raumschiff "Serenity" durch die Weiten des Alls. Dabei übernimmt er mit seiner Crew so ziemlich jeden Job, auch das Ausrauben von Banken. Doch nun macht ihm die Alliance schwer zu schaffen. Denn Malcolm half dem Arzt Simon Tam (Sean Maher) seine Schwester River (Summer Glau), welche über immense Kräfte verfügt, aus den Laboren der Alliance zu befreien. Nun haben sie den brutalen Operative (Chiwetel Ejiofor) und dessen kleine Armee im Nacken. Auch kommen sie dem Geheimnis der Alliance auf die Spur, welches der Auslöser für die Enstehung der kannibalischen Reaver war. Malcolm will das veröffentlichen, um die Alliance endlich zu zerschlagen.
Nachdem Joss Whedons Serie "Firefly" im amerikanischen TV floppte, wurde sie auf DVD ein Hit. Damals beim Sender FOX hatten angeblich die Einschaltquoten nicht ausgereicht. Ich gehe ohne jegliche Vorkenntnisse an den 50 Millionen Dollar teuren Kinofilm heran, welcher knapp drei Jahre später entstand. Whedon war Drehbuchautor und führte Regie zugleich und setzt leider schon vorraus, dass man die Charaktere, samt einiger Geschehnisse schon kennt. Trotzdem findet auch der Nichtkenner sehr schnell in den Film und Gefallen an der sympatischen Crew. Serienstar Nathan Fillion hat mir schon in "Slither" mit seiner charismatischen Performance sehr gut gefallen, was er hier wiederholen kann. Adam Baldwin spielt das was er am besten kann, nämlich einen grießgrämigen Waffennarr. Die restlichen Darsteller machen alle einen guten Job, sind aber weitestgehend unbekannt, da sie nicht in vielen Spielfilmen, sondern hauptsächlich in Serien auftraten. Auf jeden Fall haben wir eine bunt zusammengewürfelte Crew, Jeder hat seine Stärken und Schwächen und obwohl man sich oft streitet, hält man, wenn es darauf ankommt, immer zusammen.
Nun bekommt man nach einem riskanten Befreiungsversuch die tickende Zeitbombe River an Bord. Sie hat telepathische Kräfte und entwickelt sich bei Abruf eines bestimmten Codes zu einer echten Killermaschine. Nebenbei geht es um die Aufdeckung eines Massenmordes, den die Alliance verschuldete und somit gleichzeitig eine neue Rasse schuf, die fleischfressenden Reaver. Storytechnisch ist Whedon nicht sonderlich viel eingefallen, doch auf der anderen Seite wäre mehr Komplexität schlecht, denn Nichtkenner der Serie würden somit wesentlich schlechter ins Geschehen einfinden. So hat er einen soliden Plot kreiert, der immerhin ein paar Wendungen offenbaren kann.
Dafür lässt er es actionmäßig gut krachen. Dabei sollte man erwähnen, dass sich "Serenity" hier noch hübsch altmodisch verhält. Es gibt kaum phantastische Wunderwaffen. Ein paar Laserkanonen, ansonsten setzt man auf gute alte Schusswaffen oder Granaten. Die Shootouts fallen dabei sehr bleihaltig aus, doch mit blutigen Einschüssen hält man sich dank des PG-13 Ratings zurück. Am besten gefallen mir die zwei gelungenen Fights zwischen Mal und dem Operative. Sogar ein wenig Martial Arts wird hier eingestreut. Und bei den Morden des Operative mit dem Schwert, sind kleine Härten geboten. Auch der finale Angriff der Reaver verwundert ein wenig, bei der niedrigen Freigabe. Somit bietet "Serenity" eine ordentliche Actionpalette an, die eigentlich mit allem auffährt, was man sich wünscht, auch mit einer Weltraumschlacht und einer netten Kneipenschlägerei. Die Effekte sind für das verhältnismäßg geringe Budget gut gelungen. Es lassen sich nur wenige Blicke auf schlechten CGI erhaschen, manchen Kulissen sind dafür echte Eyecatcher. "Serenity" ging absolut verdient in die Kinos und dank der vielen Anhänger, welche die Serie schon hatte, wurde es für Joss Whedon auch ein Erfolg, den man ihm auch gönnt.
"Serenity" macht mir mehr Apetitt auf die Serie "Firefly" und ist auf jeden Fall gelungen. Solide Story, sympatische Darsteller und recht viel Action, die für das PG-13 Rating auch recht rabiat ausfällt. Das Budget schätzt man bei den gelungenen Kulissen viel höher ein, nur selten ist der CGI verbesserungswürdig. Wir hatten schon lange keinen richtigen "Sci-Fi Film mehr in den Kinos, "Serenity" konnte das Genre kurzfristig beleben. Ich denke Whedon wird irgendwann eine Fortsetzung nachschieben.