Review

Kim Ki-duk - anders kann man dessen neuen Film THE BOW wohl nicht deuten - möchte, für den Moment jedenfalls, nicht mehr, als sich auf seinen mit bitteren Dramen verdienten Meriten ausruhen. THE BOW rekapituliert die kontemplative Aura von „Spring ... (und die anderen Jahreszeiten)“ und widmet sich auf einem, mit allerlei buddhistischen Ikonen geschmückten Fischerkahn der Beziehung, die eigentlich fast immer im Zentrum seines Spätwerkes, mit dem er im Westen bekannt geworden ist, steht: Mann und Frau, Gewalt und Obsession, Sex und Unterdrückung, Liebe und was man dafür hält.
Der alte Eigentümer des Kahns hat vor vielen Jahren eine junge Waise zu sich an Bord genommen, und plant nun, da sie volljährig werden wird, sie zur Frau zu nehmen. Das Mädchen, das sein ganzes erinnertes Leben auf diesem Schiff zugebracht hat, kann nicht abschätzen, wie sich dadurch ihr Leben verändern wird, ja, sie ahnt zunächst noch nicht einmal, welche Vorbereitungen der alte Mann heimlich trifft. Die Pläne werden schließlich, auf ernüchternd vorhersehbare Weise, gefährdet, als sich die Waise in einen Jungen verkuckt, der mit anderen Gästen zum Fischen auf das Boot gekommen ist.
Kim Ki-duk, der mit wilden, hakenschlagenden Psychogrammen wie „Bad Guy“, „Coast Guard“ und „Real Fiction“ die dunkelsten, geheimsten Seiten unserer Seelen zu kartografieren versucht hat, erzählt mit THE BOW eine nur all zu schlüssige, in letzter Konsequent aber gerade deshalb ziemlich langweilige Geschichte.

Details
Ähnliche Filme