Francois Ozon, der Regisseur, ist einer der talentiertesten und zukunftweisenden Filmemacher des französischen Kinos. Mit "Unter dem Sand", "8 Frauen" oder "Swimming Pool" hat er bewiesen, wie man mit kleinen Budgets, große Filme machen kann. Gefühlvoll, sehr natürlich und mit einem Gespür für die "leisen Momente" im Kino hat er wahre Perlen geschaffen.
Mit diesem Wissen im Hintergrund war ich - verständlicherweise - sehr auf seinen Film "Die Zeit, die bleibt" gespannt. Vielleicht war mein Anspruch auch zu hoch, aber "Die Zeit, die bleibt" erreicht nicht mal annähernd das Niveau seiner vorangegangenen Filme.
Die Story über einen homosexuellen Fotografen, der durch einen bösartigen Tumor dem Tod geweiht ist hätte deutlich mehr Potential, als Ozon umsetzt. Das baldige Sterben vor Augen, versucht Romain sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und Vergangenes und Versäumtes zu korrigieren.
All dies bleibt jedoch sehr oberflächlich und schlicht. Wohingegen der Einfall des zeugungsunfähigen Kellnerehepaares arg an den Harren herbeigezogen ist. Nach nicht einmal 80 Minuten endet die Geschichte, was schon beinahe die Vermutung aufwirft, dass Ozon selbst die Ideen ausgegangen sind.