Mit Filmen zum Thema Sterben ist das so eine Sache - man kann daraus ein großartiges Werk machen (wie "It´s my Party" gezeigt hat), man kann es aber auch ganz leicht in den Sand setzen (wie bei "Mein Leben ohne mich" oder "Sein Bruder"). Leider gehört "Die Zeit, die bleibt" zur schlechtesten Sorte!
Frankreichs derzeit populärster Regisseur Francois Ozon schafft es in keinster Weise, dem tragischen Stoff etwas Berührendes abzugewinnen. Viel zu distanziert wird das herannahende Ende des Hauptprotagonisten Romain gezeigt. Anfangs ist gerade dieser Aspekt noch gelungen - die Idee, dass Romain unmittelbar nach der Diagnose keinesfalls auf Mitleid oder Wiedergutmachung aus ist, ist interessant. Leider verläuft all dies schnell im Sande... Danach wechseln sich nämlich sehr wenige starke Szenen (die Schlussszene zum Beispiel) mit einer Menge Blödsinn ab. Die ganze Geschichte um das Kellnerehepaar, für die Romain ein Kind zeugt, ist einfach nur idiotisch und realitätsfern - allein schon deshalb, weil Romain eigentlich schwul ist (war ja klar: anscheinend darf es kein französisches Drama geben, in dem nicht mindestens ein Schwuler vorkommt... auch nicht grade originell, Monsieur Ozon!). Überhaupt beschränkt sich Ozon wieder mal viel zu stark aufs Thema Sex - bei einem Film übers Sterben könnte man meinen, es gäbe auch noch andere Dinge im verbleibenden Leben... Auch das ist ein Grund, warum "Die Zeit, die bleibt" im Endeffekt einfach nicht wirklich ernsthaft rüberkommt. Jammerschade, was hätte man aus diesem Stoff machen können!