Es ist schön, wenn Kinder genügend Fantasie besitzen, um eine kleine Geschichte zu entwickeln. Allerdings sollte diese nicht immer gleich verfilmt werden, denn damit hat Robert Rodriguez sich und seiner Familie leider keinen Gefallen getan.
Der zehnjährige Max lebt in einer kompletten Traumwelt, aus der bereits die Superhelden Sharkboy und Lavagirl hervorgingen. Er notiert alles in seinem Traumtagebuch, welches ihm eines Tages vom Klassenrüpel Linus gestohlen wird. Doch noch schlimmer, denn plötzlich tauchen die Helden seiner Traumwelt auf und bitten ihn um Hilfe. Ihr Planet „Schleck“ befindet sich kurz vor der Vernichtung durch böse Mächte und kann nur durch Max und seine Träume gerettet werden.
Irgendwo zwischen der „unendlichen Geschichte“ und „Superman“ für Grundschüler pendelt die Geschichte und dürfte sowohl für Kinder als auch für ihre Eltern eine einzige Enttäuschung sein.
Der pädagogische Nutzwert ist gleich Null und stellenweise sogar eher bedenklich, da er Kindern suggeriert, zerstrittene Eltern könnten sich wieder lieb haben, wenn man nur fest genug daran glaubt. Gleiches trifft auf den Klassenrüpel zu, der eben noch im Fantasiereich „Schleck“ der Oberfiesling war und sich nur durch ein paar Floskeln zum Guten bekehren lässt. Und dann erklärt Kindern mal einen „Charakterzug“…
Absolut wichtig, dass Kinder ihre Traumwelt haben, aber neben dieser sollte die Realität nicht vollkommen außer Acht gelassen werden, was diese Geschichte leider tut.
Was Rodriguez handwerklich aus der Sache gemacht hat, ist erschütternd. Offenbar hat „Sin City“ zuviel Geld und Arbeit gekostet, denn die Computereffekte sind vollkommen lieblos und dahingeschludert ausgefallen. Verpackt in knallbunteste Farben, so dass selbst den Jüngsten nach einer Weile die Augen tränen dürften.
Bis auf eine Achterbahnfahrt und der Kampf gegen die Elektro-Stecker-Armee sieht man in nahezu jeder Szene den Screen und die zu deutlichen Umrisse der Protagonisten, was fatal an die billigen Sci-Fi-Klassiker der 50er erinnert.
Hinzu kommen die größtenteils untalentierten Jungdarsteller. Taylor Dooley ist als Lavagirl ja noch recht begabt, lächelt nur manchmal etwas zu lange. Max, gespielt von Cayden Boyd fällt gar nicht auf, aber ganz übel ist Taylor Lautner als Sharkboy. Selbst, wenn der versucht zu lächeln, wirkt das noch unsympathisch grimmig, denn das ist sein einziger Gesichtsausdruck. Können ja nicht alle so begabt wie eine Dakota Fanning sein, aber DIESE Jungmimen ziehen den Streifen endgültig in die Tiefe.
Ich kann mir genau vorstellen, wie das zuhause bei den Rodriguez` abgelaufen ist: „Papa, Papa, ich hab ne Geschichte aufgeschrieben! - Ja, ist gut Sohn, dein Onkel sieht gleich nach Rechtschreibfehlern und ich mach mich dann an die Arbeit…,ach was tut man nicht alles für seine Kinder…“
3 von 10 Punkten