Review

Ich komme zwar aus dem Land (Schleswig Holstein) zwischen den Meeren (Nord- und Ostsee), aber soweit mir bekannt ist, wurden in den letzten Jahren keine Haiattacken bei uns registriert. Höchste Gefahr ginge höchstens von Wattwürmern, Krebsen oder Quallen aus...

...doch nicht in dem idyllischen Küstenort Amyville, USA. Die Vorbereitungen zum Stadtfest in vollem Gang, die Strände voll wie immer. Als nach einem abendlichen studentischen Treiben am nächsten Tag menschliches Strandgut angespült wird, sind sich die örtlichen Behörden klar: es war ein Bootsunfall. Denn so etwas wie ein Hai passt nun wirklich nicht zu den Feierlichkeiten. Als die "Unfälle" zunehmen und die Bevölkerung panisch wird, erreicht Sheriff Brody das, was er wollte: externe Hilfe; doch kann das Dreiergespann, bestehend aus einem wasserscheuen Sheriff, einem sprücheklopfenden Haifischer und einem leicht schrägen Biologen eine Bestie erledigen die x fach so groß und y fach so schwer ist wie sie?

"Der weiße Hai" ist ein echter 10/10 Film.
Spielbergs Debut hätte besser nicht sein können. Erstklassige Darsteller, sympathische Charaktere, eine Atmosphäre so bedrohlich wie die Tiefsee und ein wirklich großer Hai zeichnen den Film aus. Vor allem der Hai selber wirkt auch nach knapp 30 Jahren kaum antiquitiert, auch wenn in manch späteren Szenen etwas zu lange auf das „Gummimonster“ draufgehalten wird.

Das ist das tolle an diesem ersten Teil. Bis der Hai wirklich sichtbar ist, vergeht eine gute Stunde. Davor ist es mal die Flosse, mal die Silhouette im Wasser, die Ängste erzeugt.

Und diese Urangst greift Spielberg auf um eine wirklich packende Geschichte zu erzählen, die fast halb an Land, halb auf dem Wasser spielt. Bilder in denen Wasser zu sehen ist, dominieren den Film; eine trügerische Stille, ein Rätseln, welche Geheimnisse die See wohl bergen mag?

Die Kunst der Aussparung trifft aber nicht nur auf den Hai selber zu, sondern auch auf die zugerichteten Opfer. „Der weiße Hai“ hat zwar einige blutige Szenen, die aber nie selbstzweckhaft sind, sondern nur die immens bedrohliche Atmosphäre unterstreichen. Genauso verhält es sich mit dem hypnotischen Soundtrack von John Williams, welcher neben dem „Star Wars“ und „Indiana Jones“ Theme einer der bekanntesten und besten der Filmgeschichte ist.

Zwar haben die drei Hauptdarsteller nicht die Karriere gemacht, die man ihnen gewünscht hätte; ihre Paraderolle ist trotzdem der jeweilige Charakter in „Der weiße Hai“. Das Gespann Schneider, Shaw und Dreyfuss ist einfach nur brilliant in der Zeichnung ihrer gut ausgearbeiteten Charaktere.

Fazit: „Der weiße Hai“ - zumindest der erste Teil - ist ein unumgänglicher Klassiker des Horrorfilms und sicherlich einer der besten Tierhorrorfilme.

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