Nachdem dem Rechtsanwalt Jason Chan (Yuen Biao) schon wieder zwei Gangster durch die Lappen gegangen sind, weil die Zeugen ermordet wurden, greift er zu brutaleren Mitteln. Der Kampfsportmeister macht die Gangster einfach selbst unschädlich, wird dadurch aber von der Kommissarin Sandy Jones (Cynthia Rothrock) gejagt. Doch nicht nur Jason scheint sich in der Stadt auszutoben, auch ein Unbekannter mordet wahrlos. Selbst vor Polizisten macht er keinen Halt. Erst als sich Sandy mit Jason zusammentut, kommen sie dem Täter auf die Spur und dessen Identität ist ein echte Überraschung.
"Tage des Terrors" ist Corey Yuens fünfte Regiearbeit, in der er wie gewöhnlich selbst eine Nebenrolle übernimmt. Produziert wurde dieser Hongkongactioner von Raymond Chow und dessen oftigem Partner Leonard Ho. Cynthia Rothrock war zu diesen Zeiten in den Staaten noch recht unbekannt, erst mit "Born to Fight, Martial Law" oder ganz besonders durch "China O´Brien" erlangte sie ihre Popularität.
Hier verkörpert sie die Kommissarin Sandy Jones und ist hinter dem selbstjustizübenden Anwalt Jason her. Die Story hat ausser dem typischen Rächerszenario nichts zu bieten, auch wissen wir sehr früh wer die dritte Komponente im Spiel ist. Sandy ist natürlich dermaßen auf Jason fixiert, dass es erst einige Tote braucht, bis sie endlich versteht, auf wessen Seite sie kämpfen soll. Derweil hält uns Yuen mit einigen Actionszenen bei Laune. Die Palette reicht von Kloppereien, über Shootouts, bis hin zu einem Showdown über den Wolken. Die Choreographien können sich stets sehen lassen, die schnellen Fights haben wirklich Pepp, die kleinen Shootouts sind blutig und auch bei den Verfolgungsjagden setzt Yuen auf Explosionen und Sachschäden. Das Finale ist vielleicht ein wenig kurz geraten, bietet aber tolle Stunts. Auch hat "Tage des Terrors" einige Härten, die aber in der deutschen Fassung kaum zur Geltung kommen. Der Actionanteil ist aber leider ein wenig knapp bemessen. Genannte Szenen sind immer gut gemacht, jedoch meist von kurzer Dauer und trotz der geringen Länge, hat der Film doch einige Durchhänger parat. Die Story ist einfach nicht spannend genug, bietet keine Wendungen und der gewöhnungsbedürftige Honkonghumor macht das Ganze nicht besser.
Wobei ich zugeben muss, dass Yuen hier so ernst wie möglich zu Felde zieht. Der Klamauk bleibt in einem erträglichen Rahmen, es erwartet den Zuschauer keine Katastrophe wie in "Ninja Commando". Auch die Darsteller machen ihre Sache ganz ordentlich. Yuen Biao ist ein begnadeter Fighter, doch in Punkto Mimik und Gestik eine Null. Auch Cynthia Rothrock hat hier nur einen Gesichtsaudruck zu bieten. Richtig gut ist Roy Chiao, die Fieslingsrolle steht ihm gut.
Unterhaltsames Hongkongkino der 80er Jahre mit fetzigen Sounds und schneller Action. Die Rachestory hat so ihre Defizite, doch Yuen drückt gut aufs Gas, kann aber Durchhänger nicht ganz vermeiden. Der Hongkongklamauk ist teils vorhanden, aber nur beschränkt, denn Yuen fährt hier auf einer ernsten Schiene, was "Tage des Terrors" auch gut tut. Die Darsteller könnten besser sein, gerade von Cynthia Rothrock hatte ich mehr erwartet.