Inhaltsangabe

von PierrotLeFou

1977 sprach Marker vom 'Grin Without a Cat' - ...

... so der engl. Titel von "Le Fond de l'air est rouge" - und bezeichnete damit dasjenige, was 1977 noch von der Protestbewegung in den Jahren 1967/1968 übriggeblieben war. Und er orakelte: Katzen stünden niemals auf der Seite der Macht. 2004 kehrt die Katze dann zurück - das heißt: eigentlich schon 1997 als die erste gelb/schwarze Graffiti-Katze in Orléans auftauchte. Als diese Graffiti sich ausbreiteten, machte sich Marker 2001 mit seiner Kamera auf, um ihr Erscheinen auf Dächern und Hauswänden festzuhalten - und begegnet der Katze dann aber auch auf Anti-Le Pen Demos wieder.
"Chats perchés" ist ein Film über Graffiti-Katzen und echte Katzen, aber auch ein Film über das politische Bewusstsein im frühen 21. Jahrhundert, das mit neuen Formen des Protests daherkommt, die sich etwa über das Internet organisieren (und dann beispielsweise als flash mob auf den Straßen äußern) - schließlich ist chat/Katze zugleich auch chat/Online-Gespräch. Zwischen politischem Tagesgeschehen und Markers eigentümlicher, utopischer Katzensymbolik pendelnd ist "Chats perchés" daher auch ein Film über die Rolle der Medien, die um die Jahrtausendwende nochmals neuartige Formen angenommen hat.
Als Kontrast stellt er dann auch Ereignisse aus dem 20. Jahrhundert (von Hiroshima bis hin zur 68er Bewegung) gegen diese neuen Bilder - wenn auch manchmal über fast schon versteckte Filmzitate.

"Chats perchés" war Markers letzter Langfilm.

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