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Russell Mulcahys düsterer Actionthriller "Richochet" braucht sich wahrlich nicht verstecken. Die spannende und optisch hervorragend umgesetzte Geschichte um den jungen Cop Styles (Denzel Washington) und sein Duell mit dem brutalen Schwerverbrecher Blake (John Lithgow) unterhält von der ersten bis zur letzten Minute. Zwar nie sonderlich umfangreich aber dafür prächtig anzusehen sind es in erster Linie die gut über den Film verteilten Actionszenen, die praktisch keine Längen zulassen. Im Mittelpunkt stehen in dieser Hinsicht Mulcahy-typisch blutige Shoot-Outs und einige brutale Morde Blakes. Neben dem einleitenden Zugriff seien hier vor allem der Gefängnisausbruch und die kaltblütige Erschiessung von Styles Partner erwähnt. Eine sehr solide Mischung, die durch einen hochklassigen Support-Cast (Ice-T, Kevin Pollak, John Amos) zusätzliche Attraktivität erhält.
Im Vordergrund steht selbstverständlich Denzel Washington. Sein Part ist mit jeder Menge brenzlicher Situationen vorzüglich gelungen und kommt gerade bei der raffinierten Austricksung seines stets herrlich fiesen Gegenparts so richtig auf Touren. Eine heisse aber unfreiwillige Bettszene darf natürlich ebenso wenig fehlen wie die Bedrohung der Familie durch den rachesüchtigen Killer. Kurzum: Alle standardisierten Elemente eines klassischen Reißers sind vorhanden.
Spektakulär schließlich auch der Showdown, bei dem sowohl Lithgow als auch Washington in recht luftiger Höhe eine gute Figur machen. Schade, bloss, daß Mulcahy hier nicht noch mal auf den Bodycount gedrückt hat - aber anscheinend sollte "Ricochet" ja auch mehr Thriller als Actionkracher sein. Technisch in jeder Hinsicht gelungen, gibt es soweit keine größeren Kritikpunkte. Nicht jeder Thriller muss gleich das Genre neu erfinden, auch Alt-Bewährtes schaut man doch auch immer wieder gerne.

Einzig auf eine gescheite DVD-Umsetzung wartet der lüsterne Fan bisher vergeblich. "Ricochet" gehört neben "Highlander" und "Silent Trigger" definitiv zu Mulcahys stärksten Filmen.

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