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In Russel Mulcahys knallhartem Actionreißer duellieren sich zwei vollkommen unterschiedliche Stars in einem schmutzigen Psychokrieg. Der Regisseur konnte hier nach Highlander endlich mal wieder einen einigermaßen vernünftigen Film abliefern, der durch eine spannende Umsetzung des klassischen Katz-und-Maus-Spiels überzeugen kann. Zwar erinnert die Handlung doch ein wenig zu sehr an den Klassiker „Cape Fear“, doch das clevere Drehbuch von Steven De Souza entschädigt für vieles.

Streifenpolizist Nick Styles (mit glänzendem Lächeln: Denzel Washington) macht den Schwerverbrecher Blake (böse: John Lithgow) während eines Coups dingfest. Dabei geht er sehr ausgefallen zur Sache, und das Ganze wird zudem durch eine Videokamera gefilmt, sodass man in höchsten Kreisen auf Styles aufmerksam wird – schließlich holt der Polizist das Jurastudium nach und wird Staatsanwalt, während der angeschossene Blake im Gefängnis vor sich hinschmort. Blake, der sich für Styles Karriere missbraucht fühlt, schmiedet einen finsteren Racheplan und kann schließlich aus dem Gefängnis entkommen und seine große Stunde hat geschlagen. Doch sein Racheplan sieht nicht vor, Styles einfach nur aus dem Weg zu räumen...

Perfide, bis ins Kleinste geplant und gemein wie Hund zieht John Lithgow, der ja durchaus schon Erfahrung auf dem Gebiet des Bösewichtes hat, einen eiskalten Rachakt durch, mit dem er den hoch aufgestiegenen Washington Stück für Stück ruiniert, ohne ihn dabei zu töten. Doch gerade am Ende schlägt das heruntergekommene Opfer gnadenlos und mit gleicher Masche zurück, und es entsteht ein psychologisch angehauchtes Showdown-Duell erster Klasse, bei dem es weniger um Daueraction, als mehr um die subtile Thrillerseite geht. Washington passt sich im Laufe des Films wie ein Chamäleon an seine Rolle an, startet als cooler, draufgängerischer Cop, wird knallharter, gewitzter Staatsanwalt und Familienvater und verkommt zum unglaubwürdigen Drogenwrack, während der ewig sinistre Lithgow auf seinem Rücken tanzt, bis der Spieß herumgedreht wird. In den Actionsequenzen geht es blitzartig und brutal zur Sache, Kamera und Schnitt leisten hier wirklich ausgezeichnete Arbeit. Im Anklang dazu sei der exzellente Soundtrack von Alan Silvestri erwähnt, der vor allem im Vorspann dem Zuschauer die Richtung weist und dem brettharten Reißer seinen Stempel aufdrückt. Insgesamt also ein spannendes und vor allem doppelbödiges Psychoduell mit zweier vorbildlicher Hauptdarsteller, bis in die Nebenrollen gut besetzt und von hoher handwerklicher Qualität.

Exzellent für den Thrill am Abend, falls man schon alles andere gesehen haben sollte. Dabei jedoch unbedingt auf die ungeschnittene Fassung zurückgreifen, beziehungsweise auf die längste mögliche, da das Master an einer Stelle defekt war und drei Sekunden für immer flöten gegangen sind.

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