Review

Ein James Bond Film aus der Feder von Ian Flemming mit allem, was in Hollywood Rang und Namen hat: David Niven, Ursula Andress, Woody Allen, Peter Sellers, Orson Welles und, und, und...
Was kann da eigentlich schief gehen??? Nun...

Nach fünf erfolgreichen Abenteuern um den galanten Spionage-Agent schien das Publikum reif für eine Parodie. Die goldene Zeit der klassischen Komödie brachte in den letzten Jahren Meisterwerke wie DER ROSAROTE PANTHER oder DR. SELTSAM heraus - beste Vorzeichen also für eine Agentenfilm-Comedy, zumal „Altmeister" John Huston himself als Regisseur für das Wer verantwortlich zeichnete. Von Ian Flemings Buchvorlage übernahm man jedoch nur das grobe Gerüst der Handlung - die Figur um den gealterten James Bond entspringt vielmehr der Phantasie der Beteiligten.

Leider funktioniert das Ergebnis nicht richtig: Die verschiedenen Situationen scheinen bruchstückhaft zusammengeschustert - eine klare erzählerische Linie wird oft vermisst. Personen erscheinen und verschwinden auf unerklärliche Weise wieder von der Bildfläche.
Zudem habe ich den Eindruck, dass - zumindest auf der DVD - die Szenarien in unterschiedlicher Qualität festgehalten sind; auch die plötzlich eingeblendeten Untertitel in Deutsch und Englisch (!!!) wirken seltsam! Das typische Bond-Flair kommt so gut wie gar nicht auf. Wenn der Haupt-Charakter nicht zufällig James Bond heißen würde, käme einem der berühmte Geheimagent niemals in den Sinn.


Wie man den Kritiken von der damaligen Zeit entnehmen kann, war auch das Publikum nicht wirklich über diesen komödiantischen Versuch begeistert und es dauerte immerhin auch knapp vierzig Jahre, bis dieses James Bond-Thema wieder als Grundlage einer weiteren Verfilmung herangezogen wurde.

FAZIT: Bei CASINO ROYALE scheiterte der Versuch einer Agentenfilm-Parodie weitestgehend an der Umsetzung. Obwohl die namhafte Besetzung ein ums andere Mal für einige wirklich aberwitzige Lacher sorgt, wird der Gesamteindruck durch die inkonsequente Erzählweise getrübt. Obwohl der Vergleich der dreißig Jahre später gedrehten AUSTIN POWERS-Filme hinkt, muss ich hier jedoch eindeutig letztere als Maßstab für dieses Genre heranziehen. Ein Film, den man als eingefleischter James Bond-Fan - und derer gibt es sicherlich nicht wenige - und Fan oben genannter Werke der „Golden Sixties" durchaus anschauen kann, aber leider das hervorragende Kapital (Buch, Schauspieler) mehr oder weniger verschwendet!

(5 / 10)

Details
Ähnliche Filme