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Der ehemalige Detective Jesse Stone hat L.A. und seine Exfrau hinter sich gelassen, um Police Chief in dem verschlafenen neuenglischen Fischerort Paradise, Massachusetts, zu werden. Allerdings tut Stone sich schwer, alte Gewohnheiten abzulegen, und so frönt er weiterhin seinen beiden Lieblingsaktivitäten - dem Scotch und den Frauen. Als sich die Mordfälle in dem sonst so friedlichen Küstenort häufen und eine Highschool-Schülerin vergewaltigt wird, muss er den eigenen Dämonen ins Auge blicken, um die Verbrechen aufzuklären.

Schön das Tom Selleck mal wieder auf dem Bildschirm ist und sogar noch seine Synchro und den berühmten Magnum Schnauzer mitgebracht hat, da kommt doch gleich ein wenig Jugendfeeling auf. Von der Jesse Stone Filmkrimireihe kenne ich jetzt nur den Opener "Eiskalt" und selbst wirket sogar eine wenig Retro auf mich. Man kennt das gar nicht mehr einen ruhig vorgetragenen Kriminalfilm ohne schräg gehaltene Knarren oder wild hektische Schnitte anzuschauen.
Jesse Stone ist dabei der noch neue Polizeichef in einem Provinznest am Atlantik, der mit seinen Kollegen Suit und Molly es gleich mit zwei Fällen auf einmal zu tun hat. Eine 16-jährige Schülerin wird von drei Gleichaltrigen vergewaltigt und zum Schweigen erpreßt, schlimmer dürfte aber eine Mordserie sein, bei der Unbekannte gleich vier Personen auf die gleiche Weise erschießen, ist also ganz schön was los im verschlafenen Städtchen.
Etwas tranig ist aber die Ermittlung schon ausgefallen. In beiden Plotten bekommt der Zuschauer früh die Täter präsentiert, mitraten a la Hercule Poirot ist definitiv nicht angesagt. Zudem benehmen sich beide Tätergruppen reichlich dämlich, ich denke die Fälle hätten selbst Clever & Smart aufgeklärt. Die jugendlichen Zwangsbeischläfer winken offen in der belebten Kantine mit Fotos rum und nehmen bedrohende Haltung gegenüber dem Mädchen an, auffälliger geht's kaum. Nicht viel intelligenter verhält sich auch das Psycho-Paar mit dem Killer-Tick. Sie verwenden eine einmalige Mordmethode, die sich leicht in der Polizeibibliothek an anderen Orten finden läßt und erwähnen sogar Palm Beach, wo eine ähnliche Serie stattfand, sorry Leute, aber ihr seid dämlich.
Retten kann den Film immerhin noch Tom Selleck selbst. Der Knabe ist einfach ein Sympathikus ersten Ranges, dem selbst seine Liebe zum Scotch, rumflirten mit so ziemlich allen nicht schaden kann. Ich denke mal in den weiteren Filmen wird die Figur noch genauer skizziert, Einzelheiten wie die Geschichte mit seiner ständig anrufenden Ex-Frau oder seiner Baseballkarriere werden hier noch bestenfalls angerissen. Sein Chief ist ziemlich sperriger Charakter ohne viel Worte. Lustig wie er sich dabei selbst mit dem Stadtrat verbal balgt und baffe Gesichter zurück läßt. Ob man allerdings jetzt ein Fan der Serie werden muß, bleibt abzuwarten, ein wenig mehr Action könnte sicher nicht schaden, so ist es eher der entspannendste Krimi, den ich seit langer Zeit gesehen hab.
6/10

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